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Kostenlos-Mentalität nimmt ab

31.05.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Während Internet-Firmen von der Wirtschaftskrise schwer gebeutelt werden, steigt das Web bei den Benutzern auf der Beliebtheitsskala: Für fast jeden zweiten deutschsprachigen Nutzer spielt das Netz inzwischen eine wichtige Rolle im täglichen Leben, ermittelte die Studie "WWW-Benutzer-Analyse W3B", bei der über 94 000 deutschsprachige Online-Nutzer befragt wurden. Günstigere Nutzungsgebühren und schnellere Einwahlgeschwindigkeiten begünstigen diese Entwicklung. Wählten sich 1997 nur 29 Prozent der Nutzer an mehr als fünf Tagen pro Woche ein, sind es heute 65 Prozent. Der Anteil der Personen, die wöchentlich mindestens zehn Stunden online verbringen, stieg von 24 auf 45 Prozent.

Laut "Spiegel Online" neigt sich auch die Ära der "Kostenlos-Mentalität" dem Ende entgegen: In den vergangenen Jahren war rund die Hälfte der Benutzer strikt gegen das Bezahlen von Online-Content. Nur maximal 20 Prozent wollten für bestimmte Inhalte in den Geldbeutel greifen. Nun scheint eine Trendwende in Sicht: Weniger als 30 Prozent der Befragten lehnen das "Pay for Content" kategorisch ab. Besonders Männer ab 40 Jahren sind bereit, für Informationen im Netz zu zahlen. Doch ihre Anforderungen sind hoch: Unkompliziert sollte der Online-Abruf sein, mit aktuellen Inhalten und Vorab-Tests. Zudem sollte der Content sofort nach dem Kauf verfügbar sein. (sra)