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Konzentration auf Skaleneffekte hilft nicht weiter

21.11.2005
Die Berater von Compass mahnen in Outsourcing-Deals den richtigen Leistungszuschnitt an.

Unternehmen beachten bei Outsourcing-Entscheidungen meistens nur die möglichen Skaleneffekte (economy of scale). Wichtig ist, ob der Dienstleister die auszulagernden IT-Leistungen aufgrund höherer Stückzahlen wirtschaftlicher erbringen kann als der Auftraggeber. Dabei übersehen sie aber oft, dass die angestrebten Einspareffekte nur eintreten, wenn die Schnitte zwischen internen und externen Leistungen an den richtigen Stellen vorgenommen werden. Compass nennt dies "economy of scope".

"Wenn bereits geglättete Prozesse an der falschen Stelle zerschnitten werden, erhöht dies auf beiden Seiten unnötig die Komplexität - und die Kosten steigen wieder", sagte Martin Lippert, Geschäftsführer der Compass Deutschland GmbH. Werde beispielsweise der Betrieb von zentralen E-Mail-Systemen an einen Dienstleister übergeben, während der Betrieb von dezentralen Replikationen weiterhin im eigenen Haus betreut werden, zehre der damit verbundene erhöhte Koordinationsaufwand nicht selten den Skaleneffekt bei den Kosten auf oder übertreffe ihn sogar. Deshalb könne es sinnvoller sein, beide Komponenten in einer Hand zu lassen.

Das Bewusstsein für diese Problematik sei allerdings noch nicht hinreichend entwickelt, unterstrich Lippert: "Bei mehr als 95 Prozent der Outsourcing-Vorhaben, zu denen wir im laufenden Jahr hinzugezogen wurden, bildete die Analyse von Marktpreisen und Preismodellen den Auftragsschwerpunkt." In 60 Prozent der Fälle zeigte sich dann aber, dass sich die angestrebten Skaleneffekte nur bei überarbeiteter Aufteilung der Leistung zwischen Kunden Dienstleister umsetzen ließen. (jha)