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Klinik will Bettenauslastung mit RFID verbessern

23.05.2006
Ein Funkchip am Bett gibt Aufschluss über den Reinigungsbedarf und die Prozessqualität.
Generalreinigung oder kleine Erfrischung? - Via RFID meldet das Bett selbst seinen Reinigungsbedarf.
Generalreinigung oder kleine Erfrischung? - Via RFID meldet das Bett selbst seinen Reinigungsbedarf.

Was haben Klinikbetten und Flugzeugsitzplätze gemeinsam? Beide sollten am besten ständig belegt sein. Um ihre Auslastung zu verbessern, testen die Städtischen Kliniken Bielefeld deshalb ein software- und funkgestütztes System, mit dessen Hilfe sich die zeitraubenden Reinigungsprozeduren auf das notwendige Minimum einschränken lassen. Offenbar lässt sich die Radio Frequency Identification (RFID) längst auch im Gesundheitsbereich einsetzen, um Prozesse effizienter zu gestalten (siehe auch: "Kliniken digitalisieren ihre Patienten").

Bislang wurden sämtliche Betten der Städtischen Kliniken vor jedem Patientenwechsel in der zentralen Aufbereitung einer Komplettreinigung unterzogen. Ob der Patient nur wenige Stunden oder mehrere Tage darin verbrachte, ob er eine hochansteckende Krankheit oder nur einen verstauchten Fuß hatte - die Prozedur war immer dieselbe. Wie lange das Bett in der Aufbereitung stand, bevor es wieder auf eine Station gerollt wurde, war für das Krankenhaus nicht nachvollziebar. Das soll sich nun ändern.

Die Betten mitsamt der Betten-Management-Software stammen von der Joh. Stiegelmeyer GmbH & Co. KG, Herford, für die Projektumsetzung zeichnet Siemens Business Services (SBS) verantwortlich. Gemeinsam versehen die beiden Unternehmen die Betten einer bestimmten Station des Bielefelder Hospitals mit je zwei wiederbeschreibbaren Ultrakurzwellen-Transpondern. Jedes Bett erhält eine individuelle Nummer, die auf den Chips abgelegt ist. Passiert es nun den Eingang beziehungsweise Ausgang der Station oder Bettenaufbereitung, so werden die gespeicherten Daten von einem RFID-Lesegerät erfasst. Von dort fließen sie in die Datenbank der Betten-Management-Software "B.loc".

So erkennt das System beispielsweise, wie lange das Bett schon nicht mehr in der Bettenaufbereitung registriert wurde, schließt von daher auf den Reinigungsbedarf und erteilt automatisch eine Anweisung hinsichtlich der erforderlichen Maßnahmen. Zudem sind in der Software Reparaturinformationen und Wartungsintervalle hinterlegt, die in der Bettenaufbereitung automatisch angezeigt werden.

Darüber hinaus kann das Krankenhaus künftig erkennen, wie viel Zeit ein Bett in der Aufbereitung verbringt. Damit lassen sich Fragen beantworten wie: Gibt es möglicherweise zu viele Betten, so dass einige abgegeben werden können? Und ist der Transport von der Station zur Aufbereitung und retour optimal, also möglichst zeitsparend organisiert? (qua)