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Klage: Ruiniert Palms Hotsync serielle Schnittstellen?

13.08.2001
Palm und 3Com sehen sich mit einer möglicherweise folgenschweren Klage konfrontiert: Die Cradle der populären "Palm-V(x)"-Modelle zerstört angeblich serielle Ports und sogar ganze Motherboards.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die kalifornische Kanzlei Pinnacle Law Group LLP hat zunächst im Namen zweier Besitzer von Palm-PDAs (Personal Digital Assistants) Klage gegen den Hersteller sowie dessen frühere Konzernmutter 3Com eingereicht. Angestrebt wird außerdem der Status als Sammelklage, der Hunderttausende Schadensersatzansprüche zur Folge haben könnte. Stein des Anstoßes ist ein mögliches technisches Problem mit den Docking-Cradles der populären Palm-Modelle "Palm V" und "Palm Vx" (möglicherweise auch "Palm IIIc"). Diese integrieren einen Netzanschluss, über den der Akku der Handhelds geladen wird. Offenbar kann es beim Anschluss der Cradle an einer seriellen Schnittstelle dazu kommen, dass dies lahm gelegt wird. Schlimmstenfalls werde sogar das Motherboard des Rechners irreparabel beschädigt, so Pinnacle. Entsprechende Probleme seien zunächst vor allem von Besitzern von Dell-PCs gemeldet

worden. Inzwischen gebe es weitere Schadensmeldungen auch von Gateway-, Compaq-, Toshiba- sowie Apple-Anwendern.

"Uns ist keine Hotsync-Operation bekannt, die die Hauptplatine eines Rechners beschädigt", dementierte Palm-Sprecherin Marlene Somsak die Anschuldigungen. Auch Guernsey-Research-Analyst Chris LeTocq hält die beschriebenen Probleme für unwahrscheinlich. Er habe noch nie gehört, dass ein serieller Port durch ein angeschlossenes Gerät gelitten habe. "Falls doch, müsste es sich um ein grundlegendes Designproblem der Hardware handeln", so LeTocq.

Zumindest eine Anwenderin berichtet von Problemen mit mehreren Palms an unterschiedlichen PCs. Sie habe im Dezember 2000 vom Palm-Support den Ratschlag erhalten, statt der seriellen Cradle, bei der es zu "Kriechströmen" kommen könne, auf die USB-Version umzusteigen. "Wir haben stattdessen keine Palm Vs mehr bestellt", erklärte Amy Langill gegenüber dem "IDG News Service".