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Kein Gehirntumor durch Handys

20.12.2000
Zwei US-Studien belegen, dass das Telefonieren mit analogen Handys keine Gehirntumore verursacht. Allerdings seien weitere Untersuchungen in Bezug auf die Auswirkungen von digitalen Geräten notwendig.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Anwender, die Krebsschäden durch elektromagnetische Abstrahlungen von Handys befürchten, können wieder ruhig schlafen: Zwei unterschiedliche US-Studien kommen zu dem Schluss, dass Mobiltelefonieren die Gefahr eines Gehirntumors nicht erhöhen. Die eine Untersuchung, die im "Journal of the American Medical Association " (JAMA) veröffentlicht wurde, erforschte den Einfluss des Mobiltelefonierens auf 469 an Gehirntumor erkrankten Patienten und auf 422 gesunde Menschen. Die Versuchspersonen benutzten ihr Handy durchschnittlich zwei oder drei Stunden im Monat über einen Zeitraum von drei Jahren hinweg. Die Studie konnte keinen Kausalzusammenhang zwischen Mobiltelefonieren und Gehirntumor ermitteln.

Die vom National Cancer Institute und einigen Akademikern durchgeführte Studie, die im "New England Journal of Medicine" erschien, untersuchte die Langzeitwirkung von Mobiltelefonen auf das Gehirn von 1600 Patienten. Sie kam zum gleichen Resultat wie die JAMA-Untersuchung. "Unsere Ergebnisse liefern keinen Beweis für die Befürchtung, dass einige in den USA um 1995 herum diagnostizierte Gehirntumore durch Handys hervorgerufen wurden," erklärte Dr. Peter Inskip vom National Cancer Institute.

Beide Studien beschäftigten sich allerdings vor allem mit den älteren Analog-Telefonen. Daher fordern die Verfasser der Studien weitere Untersuchungen, die die Auswirkungen von Digital-Handys auf die Gesundheit unter die Lupe nehmen sollen. Wichtig seien hier ebenfalls Langzeituntersuchungen vor allem in Bezug auf langsam wachsende Gehirntumore.