Ratgeber Karriere

IT-Arbeitsmarkt

Karriereratgeber 2017 – Susanne Denker, Worldline

09.03.2017
Vom 9. bis 22. März benennt die Topmanagerin Susanne Denker ihre Anforderungen an (künftige) Mitarbeiter und gibt Tipps – vom Einstieg bis zur Weiterbildung und dem Weiterkommen in einem dynamischen Markt.

Susanne Denker ist Geschäftsführerin bei dem IT-Unternehmen Worldline in Deutschland, einer Tochtergesellschaft von Atos. In dem international tätigen Unternehmen zeichnet sie unter anderem verantwortlich für die Personalstrategie und die Umsetzung zahlreicher nationaler und internationaler HR- und Strategieprojekte. Besondere Expertise hat sie in den Bereichen Change Management, Merger & Acquisitions sowie HR Transformation & Automation. In ihrer Rolle verknüpft die studierte Kauffrau die HR-Inhalte stark mit Strategiethemen und der Unternehmensentwicklung. Worldline sieht sich mit einem Jahresumsatz von 1,5 Milliarden Euro und 8.600 Mitarbeitern in 20 Ländern als europäischer Marktführer und ein Global Player im schnell wachsenden Markt für Zahlungsverkehrs- und Transaktionsdienstleistungen.

Susanne Denker ist Geschäftsführerin bei Worldline.
Susanne Denker ist Geschäftsführerin bei Worldline.
Foto: Worldline

Digitalisierung, Fachkräftemangel, Generationenwechsel und hoher Änderungsdruck - die IT-Branche steht vor großen Umwälzungen. Welche Chancen und Anforderungen sich daraus für die Mitarbeiter ergeben und welche Fähigkeiten Bewerber mitbringen sollten, darüber diskutiert Susanne Denker gerne in den nächsten zwei Wochen hier mit den Leserinnen und Lesern der Computerwoche.

Stellen Sie Ihre Fragen an Susanne Denker einfach unterhalb dieses Beitrags über unsere Disqus-Kommentarfunktion. Sie werden dann zeitnah beantwortet. (hk)

 

Susanne Denker

Hallo Herr Baier,

gerade für die von Ihnen angestrebte Führungslaufbahn halte ich einen Masterabschluss für sehr empfehlenswert. Desweiteren spielt natürlich die Berufserfahrung eine große Rolle. Denn generell gilt: Je mehr Praxiserfahrung, desto besser. Als frischer Bachelor-Absolvent haben Sie dabei verschiedene Möglichkeiten. Zum einen könnten Sie den Masterstudiengang gleich anschließen und nebenher über verschiedene Praktika erste Praxiserfahrungen sammeln. Dies ist auch eine gute Möglichkeit, um wertvolle Kontakte zu knüpfen, die Ihnen hinterher bei der Jobsuche zugutekommen. Zum anderen können Sie sich natürlich mit Ihrem Bachelor-Abschluss bei Unternehmen bewerben, die parallel zum Arbeitsalltag ein Masterstudium anbieten bzw. unterstützen – beispielsweise in Teilzeit und in Kooperation mit einer Fernhochschule. Falls Sie sich für eine entsprechende Stelle bewerben, sollten Sie vor allem auf detaillierte Angaben zu Ihren beruflichen Stationen im Lebenslauf achten. Beschreiben Sie alle Aufgaben, Projekte und vor allem Erfolge ganz genau. So heben Sie sich am besten von den Mitstreitern ab.

Sollten Sie sich entscheiden, zunächst eine Stelle unterhalb des mittleren Managements
anzutreten, um innerhalb des Unternehmens die „Karriereleiter hochzuklettern“, gilt es, Ihre Kompetenzen im Unternehmen zu schärfen und stets „sichtbar“ zu sein. Also aktiv beste Ergebnisse anstreben und realisieren. Suchen Sie zudem das Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten und zeigen Sie, dass Sie sich weiterentwickeln möchten.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

Viele Grüße

Susanne Denker

Stefan Baier

Guten Tag Frau Denker,

ich werde voraussichtlich bald mein Bachelorstudium in Wirtschaftsinformatik abschließen und überlege, ob ich anschließend noch einen Master machen sollte oder nicht. Generell, strebe ich eher eine Position bzw. Karriere im mittleren Management an. Allerdings weiß ich nicht, ob ein Bachelor dafür ausreichend ist oder ich doch einen Master dafür benötige. Zudem habe ich das Gefühl, dass der Bewerbermarkt an Akademikern überquillt und es daher schwer ist, sich mit ‚nur‘ einem Bachelorabschluss gegen andere Kandidaten durchzusetzen. Wie sehen Sie das? Braucht man heutzutage noch zwingend einen Master oder kommt es bei Stellen im mittleren Management eher auf die Berufserfahrung an?
Danke und Grüße, Stefan Baier

Susanne Denker

Hallo Frau Kurz,

vielen Dank für diese interessante und definitiv berechtigte Frage. Natürlich sind
Führungspositionen generell auch in Teilzeit möglich – nur weil ein
Arbeitnehmer, aus welchen Gründen auch immer, in Teilzeit arbeitet, heißt dies
nicht, dass er keine Führungsposition wahrnehmen darf.

Ganz im Gegenteil: Ich beobachte sehr häufig, dass gerade diese Kolleginnen und
Kollegen besonders effizient und effektiv arbeiten, das heißt sich und andere
sehr gut organisieren – beruflich und privat. Dennoch müssen bei einer
Führungsposition in Teilzeit alle Rahmenbedingungen passen – für beide
Parteien. Als Arbeitnehmer sollte man hierbei ein gewisses Maß an Flexibilität
mitbringen. Sei es, dass man auch mal für dringende Angelegenheiten oder in
Krisensituationen außerhalb der regulären Arbeitszeit erreichbar ist. Im
Gegenzug bietet ja auch der Arbeitgeber flexible Regelungen: das Verschieben
der Arbeitstage bzw. der arbeitsfreien Tage oder natürlich auch die Arbeit von
zu Hause aus, wenn etwa die Kinder krank aus der Kita abgeholt werden müssen.
Mit dieser gegenseitigen Regelung haben wir hier bei uns im Unternehmen bisher
sehr gute Erfahrungen gemacht.

Daher mein Tipp an Sie: Gehen Sie auf Ihren Arbeitgeber mit Ihren konkreten Vorstellungen zu. In den meisten Fällen lassen sich die Themen durch offene Kommunikation lösen. Natürlich müssen Sie nach der Elternzeit erst einmal wieder ins
Geschehen finden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und wünsche Ihnen alles Gute.

Viele Grüße

Susanne Denker

Melanie Kurz

Hallo Frau Denker,

die letzten knapp 2 Jahre war ich in Elternzeit und habe mich um meine Kinder gekümmert. Vorher war ich als Abteilungsleiterin in einem IT-Unternehmen angestellt. Mein Arbeitgeber hat mir nun mitgeteilt, dass ich vorerst keine Position mit Personalverantwortlichkeit bekommen könnte, da ich erst wieder eingearbeitet werden müsste. Zudem sei es wohl nicht gern gesehen, dass Führungsstellen an Teilzeitkräfte vergeben werden. Eigentlich habe ich doch aber trotzdem ein Recht auf eine ähnliche Position nach meiner Rückkehr aus der Elternzeit, oder? Wenn ich mich jetzt bei einem anderen Unternehmen bewerben würde, hätte ich dann bessere Chancen? Eigentlich sollte doch eine Führungsposition trotz Teilzeit möglich sein...

Grüße,
M. Kurz

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