Ratgeber Karriere

Arbeiten in agiler Unternehmenskultur

Karriereratgeber 2016 – Julia Fortenbacher, diva-e Digital Value Enterprise

14.07.2016
Möchten Sie wissen, was das Arbeiten in einer agilen Unternehmenskultur auszeichnet? Oder haben Sie Fragen rund um das Recruiting und die Jobaussichten bei einem bundesweit arbeitenden IT- und Internetdienstleister? Vom 14. bis 27. Juli steht Ihnen Julia Fortenbacher für Antworten zur Verfügung. Sie ist Teamleiterin HR beim E-Business-Dienstleister diva-e Digital Value Enterprise GmbH.

Julia Fortenbacher verantwortet bei diva-e für die Standorte Karlsruhe und Berlin die Organisation der Personalabteilung sowie die strategische und operative Personalarbeit. Neben der Personalentwicklung im Sinne eines Management 3.0 Ansatzes stehen die Beratung zu den Themen Recruiting, Personalmarketing und Talentmanagement auf ihrer Agenda. Darüber hinaus stellt sie sicher, dass unternehmensinterne Werte wie familienfreundliche Arbeitsbedingungen, strukturierte Onboarding-Prozesse und betriebliches Gesundheitsmanagement kontinuierlich weiterentwickelt werden.

Julia Fortenbacher ist Teamleiterin HR bei der diva-e Digital Value Enterprise GmbH.
Julia Fortenbacher ist Teamleiterin HR bei der diva-e Digital Value Enterprise GmbH.
Foto: diva-e Digital Value Enterprise GmbH

diva-e bietet Unternehmen das komplette Portfolio für ein erfolgreiches E-Business aus einer Hand. Als Partner mit langjähriger Erfahrung und Expertise begleitet diva-e Unternehmen bei der Planung, Umsetzung und Optimierung ihrer Projekte entlang der digitalen Wertschöpfungskette. Mit insgesamt rund 45 Millionen Euro Umsatz und ca. 400 Mitarbeitern an neun Standorten (Berlin, Bielefeld, Bochum, Frankfurt, Jena, Karlsruhe, Leipzig, München, Stuttgart) und einem Partnerbüro in Cincinnati/USA gehört diva-e zu den großen E-Business-Dienstleistern in Deutschland.

Stellen Sie Ihre Fragen an Julia Fortenbacher einfach unterhalb dieses Beitrags über unsere Disqus-Kommentarfunktion. Sie werden dann zeitnah beantwortet.

 

Mike Hartmann

Hallo Frau Kraft,

vielleicht noch zwei Anmerkungen von einem agilen IT'ler ;-)
Absolute no-gos sind in meinen Augen Stellenausschreibungen, in denen kein Ansprechpartner genannt wird sondern nur ein Link auf eine Recruiting-Website, die gleich mit einem freundlichen Formular (Name, Anschrift, Anschreiben, Lebenslauf etcpp) aufwartet. Das ist dann der Punkt, an dem ich (und viele Bekannte) aussteige - unabhängig davon, wie spannend die ausgeschriebene Stelle ist.
Das lässt sich nur noch toppen, durch ein Posting in sozialen Netzwerken, das auf eine solche Website verlinkt :-D

Beste Grüße
Mike Hartmann

Julia Fortenbacher

Hallo Frau Kraft,

vielen Dank für ihr Interesse und die interessante Frage.

Wichtig ist sich dort aufzuhalten, wo es auch die Zielgruppe tut. Da sich die Zielgruppe nicht auf ein Medium konzentriert, würde ich Ihnen eine Ansprache über sämtliche Kanäle empfehlen.

1.) Mitarbeiterempfehlungsprogramme: Das beste Recruitingmittel sind die eigenen Mitarbeiter. Die Kollegen werden das Unternehmen nur weiterempfehlen, wenn Sie selbst davon überzeugt sind. Und umgekehrt werden Sie auch nur potentielle Kollegen empfohlen bekommen, bei denen sich ihre Kollegen sicher sind, dass sie zum Unternehmen passen. Für einen geworbenen Kollegen, der seine Probezeit erfolgreich bestanden hat, können Sie beispielsweise eine Geldprämie aber auch eine Prämie in Form eines Wellnessgutscheins oder ein paar zusätzliche Urlaubstage anbieten.

2.) Alumni-Stammtische: Durch die hohe Fluktuationsrate in der IT-Branche steigt die Anzahl der Alumnis kontinuierlich. Aus diesem Grund ist der Aufbau eines solchen Netzwerks empfehlenswert. Es soll ehemalige Mitarbeiter beinhalten und dazu dienen, dass der Kontakt zu dieser Personengruppe gepflegt wird. Im besten Falle können
talentierte Alumnis wieder für das Unternehmen gewonnen werden.

3.) Fachveranstaltungen in den eigenen Räumlichkeiten des Unternehmens anbieten: Je nach Fachbereich, gibt es unterschiedliche Usergroups, die sich regional in regelmäßigen Abständen treffen. Beispiele für die IT-Region Karlsruhe sind die JUG Karlsruhe, Softwerkskammer Karlsruhe oder Search Meetup Karlsruhe.

4.) Präsenz in der IT-Branche durch Konferenzbeiträge der Mitarbeiter zeigen oder Fachvorträge an Hochschulen und Universitäten halten, um Studenten bereits für das UN gewinnen zu können bzw. sich als zukünftiger potentieller Arbeitgeber am Markt bekannt zu machen.

5.) Tag der offenen Tür für Studenten, Absolventen, aber auch erfahrene Kollegen anbieten, um Interessenten einen Blick hinter die Kulissen des Unternehmens zu ermöglichen. An diesem Tag der offenen Tür können Sie beispielsweise verschiedene Fachvorträge anbieten, um den Interessenten die Technologien vorzustellen mit denen Sie arbeiten. Abschließen können Sie den Tag mit einem gemütlichen Abendessen, bei dem die Interessenten die Möglichkeit haben, sich mit Vertretern des Unternehmens
auszutauschen, ausklingen lassen.

6.) Messestand bei Hochschulmessen; zudem würde ich Ihnen speziell für die IT-Branche die Teilnahme an catch-the-job empfehlen. Hierbei handelt es sich um einen Job-Shuttle für IT-Fachkräfte in der Technologie-Region Karlsruhe.

7.) Stipendien für Studenten.

8.) Guerilla Recruiting: umfasst außergewöhnliche Maßnahmen, um potentielle Mitarbeiter auf sich aufmerksam zu machen. Die Aktivitäten im Rahmen des Guerilla Recruiting sind geprägt durch ungewöhnliche Methoden, teilweise mit einem geringen Aufwand, aggressivem Auftreten und einer großen Wirkung. Je ausgefallener die Idee, desto höher der Wirkungsgrad der Aktion.

9.) Individuelle Direktansprache via Xing und LinkedIn.

10.) Präsenz in den sozialen Medien zeigen (Facebook, twitter und Co.).

11.) Mitarbeiter und Vorstellungsgesprächsteilnehmer zur Arbeitgeberbewertung auf kununu und glassdoor motivieren.

12.) Offene Stellen, neben der eigenen Homepage, auf Jobportalen posten.

Neben all diesen Punkten ist natürlich ein gutes Netzwerk unter Personalern das A und O.
Ich hoffe, dass die ein oder andere neue Idee für Sie dabei gewesen ist.

Viele Grüße,
Julia Fortenbacher

Petra Kraft

Hallo Frau Fortenbacher,

ich bin auch Personaler und gerade auf der Suche nach geeigneten Fachkräften in der IT-Branche.

Können Sie mir einen Tipp geben, wie ich diese Gruppe am besten erreichen kann?

Vielen Dank.

Viele Grüße,
Petra Kraft

Jochen Müller

Vielen Dank für Ihre Antwort und die hilfreichen Tipps.

Julia Fortenbacher

Guten Tag Herr Müller,

vielen Dank für Ihre Frage.

Zunächst sollten Sie sich die Frage stellen, ob Sie lieber
in einem Start-up mit flachen Hierarchien und weniger klar definierten
Strukturen arbeiten möchten, in dem ihr Alltag oftmals von Flexibilität und
Selbstorganisation geprägt sein wird oder ob Sie eher das Bedürfnis nach festen
Strukturen, Sicherheit, Benefits und fest definierten Karrierewegen bevorzugen.
Letzteres werden Sie eher in Konzernen vorfinden. Mittelständische Unternehmen
bieten häufig einen Mix aus beidem an.

Sofern Sie Interesse an einem Unternehmen haben, nutzen Sie
sämtliche Informationskanäle, die Ihnen zur Verfügung stehen. Verwenden Sie
neben der Homepage des Unternehmens auch Arbeitgeberbewertungsportale wie
kununu oder die sozialen Medien wie Facebook und Co, um einen ersten Eindruck
zu bekommen ob die Werte, die Ihnen wichtig sind zu den Unternehmenswerten
passen.
Um hinter die Kulissen eines Unternehmens zu sehen, finde
ich den persönlichen Austausch mit Vertretern des Unternehmens immer hilfreich.
Oftmals bieten Unternehmen Fachveranstaltungen in ihren Räumlichkeiten an,
einen Tag der offenen Tür oder auch Programmiernächte. Solche Veranstaltungen
ermöglichen es die potentiellen neuen Kollegen auf lockere Art und Weise
kennenzulernen.
Bei einem persönlichen Austausch, egal ob bei einer
Veranstaltung oder im Rahmen eines Vorstellungsgesprächs, ist es wichtig, dass
es nicht nur auf fachlicher Ebene für Sie passt, sondern das Ihr zukünftiger
Arbeitgeber auch Interesse an Ihnen als Person zeigt. Sie können ruhig mal die
Frage stellen, warum Sie denn bei dem Unternehmen anfangen sollten oder was das
Unternehmen alles bietet damit es den Mitarbeitern gut geht und diese sich wohl
fühlen.
Ich hoffe, dass Ihnen die Ratschläge weitergeholfen haben
und wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Suche nach dem passenden Arbeitgeber.

Viele Grüße,

Julia Fortenbacher

Jochen Müller

Hallo Frau Fortenbacher,

ich werde bald mein Informatikstudium erfolgreich
abschließen. Allerdings tue ich mich gerade etwas schwer das passende
Unternehmen für mich zu finden. Auf was sollte ich achten?

Vielen Dank.

Viele Grüße,
Jochen Müller

Julia Fortenbacher

Liebe Leserinnen und Leser,
ich stehe Ihnen in den nächsten beiden Wochen als Karriereratgeberin zur Verfügung. Ich bin Personalleiterin bei einem bundesweit vertretenen IT- und Internetdienstleister und würde meine Erfahrungen und mein Wissen gerne mit Ihnen teilen.
Möchten Sie wissen, was das Arbeiten in einer agilen Unternehmenskultur von einer herkömmlichen Kultur unterscheidet oder haben Sie Fragen rund um das Thema Recruiting und Jobaussichten?
Dann freue ich mich von Ihnen zu hören.
Viele Grüße aus Karlsruhe,
Julia Fortenbacher

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