Videoconferencing

Kamerahersteller verklagt Microsoft

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Aus Sicht von Fullview, einem US-Hersteller von Kameras, die Videos in 360-Grad-Rundumsicht aufnehmen, hat Microsoft die zugrunde liegende Technik in seiner Videoconferencing-Hardware "Roundtable" genutzt.

Als Konsequenz will Fullview vor dem zuständigen Bezirksgericht von Nordkalifornien durchsetzen, dass Microsoft den Verkauf des Geräts einstellt und Schadensersatz erstattet. Fullview beruft sich in seiner Klageschrift auf das US-Patent #6,700,711. Dieses beruht auf Techniken, die Firmenmitbegründer Nic Nalwa 1995 während seiner Tätigkeit bei Bell Laboratories entwickelt hatte. Das Patent bezieht sich auf ein Kamerasystem, das die Blickfelder verschiedener Kameras zu einer 360-Grad-Rundumsicht zusammensetzt. Laut Fullview wusste Microsoft bereits 2003 von dem entsprechenden Patent, beziehungsweise dessen Vorläufer, also noch bevor das Schutzrecht Fullview im März 2004 letztendlich zugesprochen wurde. Der Softwareriese habe die Ansprüche jedoch ignoriert und sein rund 3000 Dollar teures Produkt Roundtable Ende 2007 auf den Markt gebracht.

Ein offizielles Statement von Microsoft zu den Anschuldigungen liegt aktuell nicht vor. Eine Sprecherin einer externen PR-Firma erklärte gegenüber "IDG News Service", dass Microsoft keine schwebenden Verfahren kommentiere. (mb)