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Jupiter: Europäer stehen auf Finanz-Sites

05.07.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Wirtschafts- und Finanzangebote im Internet zählen nach wie vor zu den beliebtesten Anlaufpunkten europäischer Surfer. Nach einer aktuellen Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Jupiter MMXI greifen mittlerweile insgesamt 20 Millionen Europäer von zu Hause aus auf entsprechende Angebote im Web zu.

In punkto Nutzerzahlen konnte Frankreich den größten Zuwachs verzeichnen: Dort hat sich der Anteil der Surfer, die Wirtschafts- und Finanzangebote im Netz besuchten, in den letzten zwölf Monate mehr als verdoppelt. Er stieg bis Mai 2001 von 18,5 auf 38,2 Prozent. Was die durchschnittliche Verweildauer auf entsprechenden Websites betrifft, ist dagegen Deutschland unangefochtener Spitzenreiter: Der Erhebung zufolge verbrachten deutsche Surfer zuletzt im Schnitt 61,3 Minuten pro Monat auf Finanzseiten. Die Auguren machen dafür unter anderem den Erfolg von deutschen Online-Brokern wie Comdirect oder Consors , aber auch das gestiegene Online-Angebot der traditionellen Banken verantwortlich.

Den größten Nutzeranteil von Sites zum Thema Wirtschaft und Finanzen konnten die skandinavischen Staaten verbuchen: So hat beispielsweise jeder zweite Norweger (56,4 Prozent) und 41,1 Prozent der Dänen, die das Internet von zu Hause aus nutzen, im Mai 2001 Wirtschafts- und Finanzseiten angesteuert. Zum Vergleich: Deutschland belegt in diesem Punkt mit derzeit 35,7 Prozent im europäischen Vergleich den sechsten Rang.

Jupiter-Analystin Patricia Lüer geht allerdings davon aus, dass sich der kostenlos verfügbare Content im Web künftig reduzieren wird. "Finanzdienstleister werden das Bereitstellen hochwertiger Inhalte, wie zum Beispiel ausführlicher Hintergrundinformationen oder Aktienkurse in Echtzeit, in Rechnung stellen", prognostiziert sie.