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Jumptec schmückt sich für die Hochzeit mit Kontron

12.08.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Echinger Hersteller von Embedded Computern Jumptec AG will im Zuge der anstehenden Fusion mit dem ehemaligen Konkurrenten Kontron AG sein Produkt- und Firmenportfolio anpassen. Die Höhe der dabei anfallenden Kosten, die Jumptec noch im Vorfeld der Fusion ausweisen will, bezifferte das Unternehmen mit insgesamt 9,8 Millionen Euro. Einen wesentlichen Anteil stellen Rückstellungen beziehungsweise Abschreibungen in Höhe von 4,9 Millionen Euro dar. Davon wiederum plant Jumptec vorsorglich einen Betrag von 4,5 Millionen Euro für Verluste bei dem Verkauf oder der Auflösung der IBR GmbH aus Dorsten ein. Die Echinger wollen sich von der Tochtergesellschaft trennen, da ihr Produktspektrum bereits von Kontron abgedeckt werde.

Weitere Abschreibungen in Höhe von 3,4 Millionen Euro betreffen Lagerbestände, die aufgrund einer stärkeren Fokussierung der Produktpalette nach der Fusion mit Kontron nicht mehr benötigt werden. Weitere 1,5 Millionen Euro will Jumptec zurückstellen, um etwa Kosten bei der Schließung doppelt vorhandener regionaler Vertriebsbüros zu decken. Der Echinger Anbieter betonte jedoch, dass sämtliche Maßnahmen nicht Cash-wirksam seien und somit keinen Einfluss auf die Liquidität der Gesellschaften hätten. Statt dessen sollen der neuen Kontron AG daraus in Zukunft zusätzliche Steuervorteile erwachsen. Ziel der Rückstellungen und Abwertungen sei es, mit einer konservativen Bewertung und Bilanzierung in die Verbindung mit Kontron zu gehen.

Der Deggendorfer Fusionspartner Kontron wiederum hatte bereits Ende Juli bekannt gegeben, er werde im Vorfeld der Fusion unter anderem die TK-Abteilung von Kontron Kanada im Rahmen eines Management-Buy-out veräußern und die Produktionslinien in Asien reduzieren. (mb)