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Jugendliche verbreiten Porno und Gewalt im Web 2.0

12.04.2010
Jugendgefährdendes Material wie Pornografie oder Gewaltszenen werden nach Einschätzung der Landesmedienwächter zunehmend von jungen Leuten selbst gefertigt und ins Netz gestellt.
Die Einladung zum NLM-Expertentreff in dieser Woche
Die Einladung zum NLM-Expertentreff in dieser Woche

"Beim Umgang mit dem Internet müssen Jugendliche daher verstärkt vor sich selbst geschützt werden", sagte der Direktor der Niedersächsischen Landesmedienanstalt (NLM), Reinhold Albert, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Mit verbotenen Posenfotos etwa, auf denen Jugendliche sich auf pornografische Weise zeigten, fügten sie sich selber Schaden zu. Die neue Rolle der Pornografie im von Jugendlichen rege genutzten Web 2.0 macht die NLM an diesem Mittwoch zum Thema eines Expertentreffs in Hannover.

Der repressive Jugendmedienschutz, der gefährliche Inhalte aus dem Internet zu verbannen versuche, werde neuerdings durch Präventionsprojekte ergänzt, die junge Menschen vor der Preisgabe privater Informationen und intimer Bilder warnten, sagte Albert. Zwar seien Jugendliche im Umgang mit dem Internet oft technisch fitter als Erwachsene, ihre Sensibilität für drohende Gefahren aber sei kleiner. Eine davon sei das Cyber-Mobbing, bei dem junge Menschen mit peinlichen oder kompromittierenden Fotos gedemütigt werden, die von ihnen ins Netz gelangt sind. "Jugendliche verkehren in sozialen Netzwerken in der Annahme, mit Freunden zu kommunizieren, und geben zu viel von ihrer Persönlichkeit preis."

Das Web 2.0 sei nicht nur für Jugendliche ein Quantensprung, meint Albert. Vom Medienkonsumenten könne jeder auch zum Anbieter werden. Erleichtert wird dies durch die ständige Verfügbarkeit der Handy-Kamera, mit der oft draufgehalten wird - bei zufälliger oder absichtlich inszenierter Gewalt und auch bei sexuellen Übergriffen. Nach Einschätzung der Medienanstalt verschwimmt für die Jugendlichen dabei oft Realität und Inszenierung, mit der Folge, dass sich etwa ein gewaltgeprägtes Verständnis von Sexualität etabliert. (dpa/tc)