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Japan investiert neun Milliarden Dollar in 3D-Fernsehen zum Anfassen

22.08.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die japanische Regierung will im nächsten Fiskaljahr umgerechnet rund neun Milliarden Dollar in die Weiterentwicklung des Fernseherlebnisses investieren. Die Gelder fließen laut Presseberichten in ein nationales Projekt, in dessen Rahmen sich Wissenschaftler aus Regierung, Hightech-Firmen und Universitäten mit vereinten Kräften darum bemühen, Virtual-Reality-Fernsehen bis 2020 kommerzielle Realität werden zu lassen. Obwohl bislang kaum mehr als eine Vision existiert, sind die Forscher von der Idee fasziniert, Objekte in nicht allzu ferner Zukunft nicht nur dreidimensional wahrzunehmen, sondern auch riechen und berühren zu können. Während verschiedenste Firmen und Forschungseinrichtungen rund um die Welt bereits umfangreiche 3-D-Anwendungen entwickelt haben, stelle die Einbindung von Geruchs- und Tastsinn wahrscheinlich die größte Herausforderung dar, sagte Yoshiaki Takeuchi, Direktor für Forschung und Entwicklung des japanischen Ministeriums für Innere Angelegenheiten und Kommunikation. Die Wissenschaftler experimentieren dabei mit Ultraschall, elektrischer Stimulation und Luftdruck, um den Tastsinn anzusprechen.

Takeuchi hält es durchaus für möglich, irgendwann ein WM-Endspiel zwischen Japan und Brasilien per TV so zu verfolgen, dass der Betrachter die Stadionluft schnuppern und dem Torschützen auf die Schulter klopfen kann - virtuell natürlich. Dazu müssten die Japaner aber wohl auch einen hohen Betrag für die Förderung ihres National-Teams locker machen. (mb)