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James Gosling: SOAP ist nur eine Seifenblase

31.10.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Java-Erfinder und Sun-Vice-President und -Fellow James Gosling hält überhaupt nichts von SOAP (Simple Object Access Protocol), einem der grundlegenden Standards für Webservices. SOAP sei nur ein überbewerteter Neuaufguss von RPC (Remote Procedure Calls) und werde in ein "semichaotisches System integrierter Dienste" münden. Genauso overhyped sei UDDI (Universal Description, Discovery and Integration), erklärte Gosling auf der SIGS Conference for Java Development in San Jose.

Gosling sind offenbar andere Dinge wichtiger als Protokollstandards. "Es geht doch vielmehr darum, die vielen längst vorhandenen Services Leuten zur Verfügung zu stellen, die sie dann vielleicht in ungeplanter Weise nutzen", meinte der Sun-Querdenker. Zurzeit gehe es bei Webservices getreu dem Entwicklungskonzept "Der Computer ist das Netz" um die Kommunikation von Anwendungen untereinander. Größte Herausforderung für die Entwickler sei die Vielzahl unterschiedlichster Endgeräte, die es künftig zu bedienen gelte. Aus Webservices müssten brauchbare Werkzeuge werden, die existierende Applikationen einschließen.

"Die Killer-Applikation der Webservices-Welt ist Synergie", so Gosling weiter. "Ein ‘Traumbeispiel‘ dafür wäre ein Krankenhaussystem, in das Patienteninformationen und Testergebnisse nur einmal eingegeben werden." Mit Blick in die Zukunft erwartet der Sun-Mann, dass sich Webservices dank anwendungsintegrierender XML-Schemas von der Infrastruktur- in die Applikationsebene verlagern.