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Ixos: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Insider-Handels

19.03.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Staatsanwaltschaft München ermittelt einem Bericht der "Financial Times" zufolge gegen die Ixos Software AG oder besser: gegen "damals beim Unternehmen Verantwortliche" wegen des Verdachts auf Insiderhandel im März vergangenen Jahres. Seinerzeit hatten die Unternehmensgründer Hans Strack-Zimmermann und Eberhard Färber jeweils 300.000 Anteile abgestoßen - unmittelbar vor einer folgenschweren Gewinnwarnung, nach der der Ixos-Kurs um mehr als die Hälfte einbrach.

Strack-Zimmermann hat das auf Dokumenten-Management im SAP-Umfeld spezialisierte Unternehmen aus Grasbrunn bereits verlassen; Färber ist noch immer Mitglied des Ixos-Aufsichtsrats und will zum Zeitpunkt seiner Aktienverkäufe nichts von der späteren negativen Umsatzentwicklung geahnt haben.

Die neue Ixos-Sprecherin Gala Conrad erklärte am späten Freitagabend in einer Stellungnahme, es gebe "offensichtlich Ermittlungen zu einzelnen, bereits aus dem Unternehmen ausgeschiedenen Personen". Konkrete Namen seien dem Unternehmen nicht bekannt. Derzeitige Vorstände und Mitarbeiter seien nicht betroffen. Ixos habe sich im vergangenen Jahr von allen mit Aktien des Unternehmens handelnden Mitarbeitern per eidesstattlicher Versicherung bescheinigen lassen, dass ihnen keine Insider-Informationen vorgelegen hätten, und werde selbstverständlich alle Ermittlungen unterstützen.

Die Anleger reagieren bereits auf die Nachricht, bis zum späten Vormittag gab die Ixos-Aktie um gut vier Prozent auf 7,65 Euro nach (Stand: elf Uhr).