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IT-Projekte am Bedarf vorbei

25.04.2006
Die aktive und strategische Steuerung von IT-Projekten ist im Unternehmensalltag nicht konsequent implementiert.

Ein lückenhaftes Anforderungs-Management, die mangelnde Betrachtung der Projektrisiken sowie Defizite im Ablauf erschweren es vielen Anwenderunternehmen, zielgerichtet in wirtschaftlich sinnvolle Projekte zu investieren. Das ist das Ergebnis einer Expertenbefragung unter 32 Managern aus mittelständischen und großen Unternehmen. Betrieben wurde die Erhebung von der Fomaco Group, einer süddeutschen Management- und IT-Beratung, sowie Affinis Consulting, CRM-Spezialist aus Hamburg.

Demnach erfüllt zwar rund ein Drittel der befragten Unternehmen eigener Einschätzung zufolge die Projektziele hinsichtlich Zeit, Budget und Qualität zu mehr als 75 Prozent. Allerdings klagen auch 44 Prozent über jährlich nennenswerte Kosten, weil IT-Vorhaben durch mangelhafte Umsetzung des Demand-Managements ihre Ziele verfehlen und misslingen. Die Herausforderungen des Demand-Managements, so die Autoren in ihrer Auswertung, liegen in der Auswahl der unternehmenskritischen Anforderungen, im richtigen Projektportfolio, in der zielkonformen Abwicklung der Vorhaben und in der gezielten Steuerung der internen Nachfrage.

Der Demand-Management-Prozess ist zumeist nur lückenhaft umgesetzt und wenig standardisiert. Die Unternehmen schöpfen das Potenzial demnach nicht aus, obwohl sie den Nutzen der Bedarfssteuerung durchaus sehen:

74 Prozent der Unternehmen schätzen, dass das Demand-Management die Transparenz, die Qualität und den Gesamtnutzen des Projektportfolios verbessern könnte.

Zwar haben 59 Prozent der Unternehmen eine unternehmensweite IT-Strategie implementiert, doch nur ein Drittel der Befragten richten ihre Anforderungen daran aus. Immerhin mehr als drei Viertel der Unternehmen nehmen einen Abgleich der Anforderungen mit bereits vorhandenen Projekten und Anwendungen vor. Das erfolge jedoch meistens manuell und unstrukturiert, bemängeln die Betreiber der Umfrage. Zwischen Projekten und Anforderungen werde zudem nicht präzise differenziert.

Das Management des Projektportfolios ist in den meisten Unternehmen (88 Prozent) umgesetzt und auch die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung ist weitgehend etabliert. Dagegen hapert es noch daran, in der Planungsphase Projektrisiken und Wertbeitrag zu benennen, um wichtige Projekten priorisieren zu können. (jha)