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IT-Branche profitiert von Bush's Budgetplänen

05.02.2002
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Während der Haushaltsentwurf der Bush-Regierung für das Fiskaljahr 2003 drastische Kürzungen bei Gesundheits- und Umweltprogrammen vorsieht, kann sich die angeschlagene IT-Branche über eine mögliche Steigerung der Ausgaben in diesem Bereich um 16 Prozent freuen: Sollte der Kongress den Etatplänen zustimmen, wächst das IT-Budget von aktuell 42 Milliarden Dollar auf 50 Milliarden Dollar. Bush will mit den zusätzlichen Mitteln unter anderem den Kampf gegen den Terror fördern, 60 Prozent des Budgets sind dabei für eine Erhöhung der Computersicherheit eingeplant: So hat der von Bush ernannte Cyberspace-Sicherheitsberater Richard Clarke etwa den Aufbau eines komplett unabhängigen Internets für den Regierungsgebrauch vorgeschlagen, um vor Hackern und Computerviren geschützt zu sein. Nach Expertenschätzungen soll allein dieses Projekt einige Milliarden Dollar kosten, da dazu eine komplett neue Infrastruktur

aufgebaut werden müsse. Die von der Clinton-Regierung 1994 gestartete Initiative "Technology Opportunities Program" zur Überwindung des "digitalen Grabens" (Digital Divide) fällt nach dem aktuellen Haushaltsentwurf dagegen fast vollständig dem Rotstift zum Opfer. Das Programm stellt unter anderem Schulen in ärmeren Regionen finanzielle Mittel zur Verfügung, um die Einrichtungen mit Computern auszustatten und den Schülern den Umgang mit dem Internet zu vermitteln.

Die Bush-Regierung will ab Oktober außerdem insgesamt 57 Milliarden Dollar für wissenschaftliche und technologische Zwecken zur Verfügung stellen, dies entspricht einer Steigerung von neun Prozent gegenüber dem laufenden Budget. Dabei profitiert unter anderem das "Networking- and Information Technology Research Program", das um drei Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar erhöht werden soll. Der Entwurf sieht außerdem eine Steigerung des Budgets für die nationale Nanotechnologie-Forschung um 17 Prozent auf 679 Millionen Dollar vor. Verlierer ist dagegen das Advanced Technology Program, dessen Zuschüsse um 42 Prozent von derzeit 185 Millionen auf 108 Millionen Dollar sinken sollen. Das 1988 von Bill Clinton initiierte Programm soll vermeiden, dass die USA auf dem Gebiet der High-Tech-Forschung und -Entwicklung gegenüber anderen Ländern ins Hintertreffen gerate. In einem Bericht erklärte die Bush-Regierung, diese Aufgabe habe nun größtenteils

privates Venture-Capital übernommen.(mb)