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Investorengruppe schielt nach Wind

07.12.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Während Telecom Italia offenbar die ausstehenden Anteile der Mobilfunktochter TIM zurückkaufen will, bekundete ein internationales Konsortium am gestrigen Montag sein Interesse an dem TI-Konkurrenten Wind Infostrada. Wie der frühere Fiat-Präsident und Geschäftsmann Cesare Romiti vor italienischen Medien bekannt gab, wird die von ihm angeführte Investorengruppe dem Energieversorger Enel bereits kommende Woche ein Übernahmeangebot für dessen 100-prozentige Tochter vorlegen. Zuvor hatten bereits France Télécom und der italienische Breitband-Anbieter E-Biscom ihre Fühler nach Wind gestreckt.

Der Wert des Unternehmens wird von Marktbeobachtern auf rund 13 Milliarden Euro geschätzt, inklusive der etwa sieben Milliarden Euro Schulden. Das 1997 als Joint-Venture von Deutsche Telekom, France Télécom und Enel gegründete Unternehmen ist neben Marktführer TI der einzige Anbieter von integrierten Festnetz-, Mobilfunk- und Internet-Diensten in Italien. Mit rund elf Millionen Kunden und einem Marktanteil von knapp 20 Prozent ist Wind der drittgrößte Mobilfunkanbieter des Landes nach TIM und Vodafone. Schwieriger ist die Position im Festnetzgeschäft, wo die Company mit 2,6 Millionen Kunden und zehn Prozent Marktanteil einen schweren Stand gegenüber den ehemaligen Staatsmonopolisten TI hat, der knapp zwei Drittel des Geschäfts kontrolliert. (mb)