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Invensys erläutert Baan-Pläne

21.06.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Alan Yurko, Chef der britischen Ingenieursfirma Invensys, hat gestern im Rahmen einer Pressekonferenz in Amsterdam die Pläne seines Unternehmens für die Zukunft des niederländischen Softwarehauses Baan erläutert. Falls mindestens 95 Prozent der Baan-Aktionäre dem Übernahmeangebot der Briten zustimmen, will Yurko das Unternehmen innerhalb eines Jahres wieder in die Gewinnzone führen.

Dazu sollen rund 1000 Mitarbeiter entlassen werden, vornehmlich in den Bereichen Verwaltung und Marketing; der Vertrieb bleibe verschont. Rund 300 000 Dollar will Invensys für weitere Maßnahmen zur Kostensenkung ausgeben, etwa für die Schließung von Standorten und die Beilegung diverser, vor allem in den USA anhängiger Sammelklagen und Kundenbeschwerden. Außerdem solle Baans Produktion schneller und damit leistungsfähiger werden. Von den einst zehn Prozent Marktanteil, die Baan im ERP-Bereich (Enterprise Resource Planning) vorweisen konnte, träumt auch Yurko nicht länger. Er würde sich freuen, wenn das Unternehmen seinen Marktanteil von gegenwärtig vier mittelfristig wieder auf sechs Prozent steigern könnte, erklärte der Invensys-Chef.

Ansonsten gab sich Yurko optimistisch. "Baans Software ist in gutem Zustand und auf der Höhe der Zeit. Auch die Kunden waren eigentlich ganz zufrieden - nur die finanzielle Situation war gelinde gesagt erschreckend." Invensys werde im Falle eine Übernahme Baans ERP- und CRM-Produkte (Customer Relationship Management) mit den eigenen Lösungen für die Prozessindustrie und Logistik integrieren, so Yurko weiter.