Web

 

Intuit kauft sich für 1,35 Milliarden Dollar in Online-Banking ein

01.12.2006
Der US-Anbieter von Finanzsoftware Intuit übernimmt die Digital Insight Corp. und will sich den Online-Kanal als wichtigsten Weg zur Bereitstellung von Finanzdienstleistungen erschließen.

Digital Insight erwartet für dieses Jahr ein Umsatzplus von wenigstens 13 Prozent auf 240 Millionen Dollar. Die Firma aus Calabasas, Kalifornien, betreibt einen Schnittstellendienst, der Banken und Kreditkartenfirmen auf der einen Seite mit Handel und Unternehmen auf der anderen zusammenschaltet. Intuit will seine Buchhaltungssoftware "QuickBooks" und seine Finanzsoftware "Quicken" für Privarpersonen und kleine Firmen mit Online-Banking integrieren und so ihre Funktionalität deutlich erweitern.

"Wir wollen ein Geschäft aufbauen, bei dem die Auslagerung an Intuit eine bessere Lösung ist und mehr Wert generiert, als das, was die Finanzdienstleister selbst bauen oder lizenzieren können", sagte Intuit-Chef Steve Bennett in einer Telefonkonferenz anlässlich der Übernahme. Digital-Insight-Chef Jeff Stiefler ergänzte, beide Firmen gemeinsam könnte eine neue Generation von Online-Banking schaffen, die für Kunden ein ganz neues Erlebnis in der Art von Amazon oder eBay bieten werde.

Intuit und Digital Insight bedienen nach eigenen Angaben gemeinsam über 5000 Finanzinstitutionen, an die 25 Millionen Verbraucher sowie fast sieben Millionen kleine Unternehmen. In den USA steckt Online-Banking im Vergleich zu Europa noch vollkommen in den Kinderschuhen - von den 38 Millionen Kunden der 1760 Banken, die Digital Insight mit seinen Outsourcing-Leistungen versorgt, nutzen nur sieben Millionen (19 Prozent) auch Online-Banking; Rechnungen online bezahlen sogar nur 1,7 Millionen (fünf Prozent). (tc)