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Beteiligung schon bei 27 Prozent

Intershop vor Übernahme durch GSI Commerce?

05.07.2010
Das US-Unternehmen GSI Commerce aus Pennsylvania hat seine Anteile am Jenaer Software-Anbieter Intershop weiter aufgestockt.
Intershop-Zentrale in Jena
Intershop-Zentrale in Jena
Foto: Intershop

GSI halte inzwischen 27 Prozent der Aktien, wurde am Freitag auf der Aktionärsversammlung in Jena bekannt. Das US- Unternehmen, ebenfalls Anbieter von Lösungen für den Internet-Handel, war im April bei der Intershop AG eingestiegen und hatte zunächst 10,5 Prozent der Anteile übernommen. Die schnelle Erhöhung der Anteile sorgte für stundenlange Diskussionen unter den Aktionären. Ein GSI-Vertreter wurde schließlich mit der erforderlichen Mehrheit in den Aufsichtsrat gewählt.

Nach dem Machtkampf zwischen Aufsichtsrat und Aktionären Ende März, bei der der Vize-Aufsichtsratsvorsitzende seinen Hut genommen hatte, ist das Kontrollgremium der Intershop AG damit wieder komplett. Zu den personellen Veränderungen hatte auch die Debatte um den GSI-Einstieg beigetragen. Die amerikanische Firma soll Intershop als Vertriebspartner auf dem US-Markt dienen. Zudem hatte GSI eine Lizenz für die Intershop-Standardsoftware für den E-Commerce "Enfinity Suite" erworben. Die Ermächtigung für eine erneute Kapitalerhöhung war kurzfristig von der Tagesordnung der Hauptversammlung genommen worden. "Es ist nicht bekannt, dass eine Übernahme geplant ist", sagte eine Intershop- Sprecherin angesichts der Diskussionen um die Rolle von GSI.

Nach Jahren mit finanziellen Problemen hatte sich das Geschäft von Intershop in den vergangenen Jahren wieder stabilisiert. Für 2010 wird ein Umsatzwachstum von sieben bis 13 Prozent erwartet. Zudem soll, wie in den beiden Jahren zuvor, ein Gewinn erwirtschaftet werden. Intershop hatte sich in den 1990er Jahren als Pionier bei Technologien für den Internet-Handel einen Namen gemacht. (dpa/tc)