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Internet-Verband: Hohe UMTS-Lizenzkosten könnten sich rächen

25.08.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Interessenverband der deutschen Internet-Wirtschaft Eco (Electronic Commerce Forum) befürchtet aufgrund der hohen UMTS-Lizenzkosten ein schwerwiegende finanzielle Nachteile sowohl für die Lizenzinhaber als auch für Verbraucher. Die gesamte Marktentwicklung im Mobile-Commerce werde unter der Milliardenlast leiden. Wie die Vorsitzende des Arbeitskreises "Mobile Commerce", Bettina Horster, erklärte, gingen die hohen Einstiegsinvestitionen auf Kosten der Entwicklung neuer Dienste für das mobile Internet. "Die Betreiber müssen jeden Monat zusammen eine halbe Milliarden Mark über die Lizenzdauer von 20 Jahre hinweg aufwenden, gleichgültig ob und wie gut das Netz läuft", so die Vorsitzende. Ihrer Meinung nach werden die Leidtragenden neben den Unternehmen auch die Endverbraucher sein, die mit hohen Preisen, mangelhafter Netzqualität und einem eingeschränkten Serviceangebot

vorlieb nehmen müssen. Horster sieht die Perspektiven einiger UMTS-Netzbetreiber daher skeptisch: "Mobile Commerce wird nach den Geburtswehen, die mit jeder neuen Technologie verbunden sind, ohne Zweifel eine große Zukunft haben. Die völlig übersteigerten Lizenzkosten könnten jedoch dazu führen, dass bis dahin mehrere der heutigen UMTS-Lizenznehmer gar nicht mehr im Rennen sind." Auch sei fraglich, ob der multimediale Service überhaupt Anklang bei den Verbrauchern finden wird. Horster verweist auf Umfragen, wonach die Mehrheit der Internet-Nutzer bereit wäre, maximal 40 Mark monatlich für den Mobilfunkdienst der dritten Generation auszugeben. Ihren Berechnungen zufolge führe jedoch die Gesamtsumme von 99,4 Milliarden Mark für die UMTS-Lizenzen unter Berücksichtigung der zusätzlichen Ausgaben für die Netzinfrastruktur zu Monatsbeiträgen in der Größenordnung von mehr als 300 Mark.