Was Nachwuchs-Manager lernen müssen

Internationale Teams leiten - eine Herausforderung

Renate Oettinger ist Diplom-Kauffrau Dr. rer. pol. und arbeitet als freiberufliche Autorin, Lektorin und Textchefin in München. Ihre Fachbereiche sind Wirtschaft, Recht und IT.

Zu ihren Kunden zählen neben den IDG-Redaktionen CIO, Computerwoche, TecChannel und ChannelPartner auch Siemens, Daimler und HypoVereinsbank sowie die Verlage Campus, Springer und Wolters Kluwer.
Wie Unternehmen es schaffen, eine länderübergreifende Kultur aufzubauen und Führungskräfte zu qualifizieren.
Internationale Teams sind eine echte Herausforderung für Führungskräfte.
Internationale Teams sind eine echte Herausforderung für Führungskräfte.
Foto: Joachim Wendler - Fotolia.com

Für viele multinational agierende Unternehmen gilt: Sie haben zwar Niederlassungen und Werke in zahlreichen Ländern. Was ihnen jedoch fehlt, ist eine länderübergreifende (Unternehmens- und) Führungskultur; des Weiteren ein Führungskräfte-Entwicklungsprogramm, das Nachwuchskräfte zum Führen multinationaler Teams sowie zur Übernahme von Führungspositionen in fremden Ländern und somit Kulturen qualifiziert. Solche Entwicklungsprogramme werden aber umso wichtiger, je globaler ein Unternehmen agiert - nicht nur um die Unternehmensstrategien länderübergreifend umsetzen zu können, sondern auch um das vorhandene Führungspersonal möglichst flexibel einzusetzen zu können.

Vor diesem Hintergrund hat die Unternehmensberatung Dr. Kraus & Partner, Bruchsal, ein internationales Leadership-Programm konzipiert. In ihm werden Führungsnachwuchskräfte dafür qualifiziert, Führungspositionen im Ausland zu übernehmen und (virtuelle) multinationale Teams zu leiten. Das mehrstufige Programm, das stets auf den Bedarf des jeweiligen Unternehmens abgestimmt wird, besteht in der Regel aus vier bis sechs Modulen und erstreckt sich über einen Zeitraum von acht bis zwölf Monaten.

Weitere Kennzeichen des Leadership-Programms sind: Zwischen den einzelnen Bausteinen müssen die aus mindestens zwei Ländern stammenden Teilnehmer in Arbeitsgruppen gemeinsam konkrete Projektaufträge erledigen, um das Arbeiten in multinationalen Teams zu trainieren - was laut Ernesto Laraia, Leiter des Geschäftsbereichs "Internationale Personalentwicklung" bei Dr. Kraus & Partner, auch die grenzüberschreitende Netzwerk-Bildung fördert. Zudem werden auf Wunsch der Unternehmen in das Entwicklungsprogramm ein, zwei mehrmonatige Aufenthalte in deren ausländischen Werken integriert - unter anderem um die Sensibilität der Nachwuchskräfte für fremde Kulturen zu fördern. Auf diese Aufenthalte werden die Teilnehmer individuell vorbereitet.

Die vier bis sechs "Ausbildungs-Module" des Leadership-Programms bauen inhaltlich aufeinander auf. In ihnen befassen sich die Teilnehmer zunächst (nochmals) mit der Frage, was aus ihrer Sicht sowie aus Unternehmens- und Mitarbeitersicht eine gute Führungskraft ausmacht und über welche Fähigkeiten und Eigenschaften sie verfügen muss, um im Beziehungssystem Unternehmen die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Hierauf aufbauend beschäftigen sie sich dann unter anderem mit der Frage, welches Führungsverhalten in den verschiedenen Kulturen Führungskräfte zeigen sollten, damit der hierfür erforderliche Beziehungsaufbau zu den Mitarbeitern gelingt, und sie ihnen im Arbeitsalltag die gewünschte Orientierung geben. Die hierbei gewonnenen Erkenntnisse werden anschließend auf die verschiedenen Führungsaufgaben wie Prioritäten setzen, Ziele vereinbaren, Kontrollieren und Steuern sowie Mitarbeitern fördern und entwickeln übertragen.

Führen mit Zielen, Feedback und Coaching

Intensiv befassen sich die Teilnehmer zudem mit den verschiedenen Instrumenten, die ihnen zum Wahrnehmen ihrer Führungsaufgaben zur Verfügung stehen; des Weiteren mit der Frage, was es beim Handhaben solcher Instrumente wie dem "Führen mit Zielen", aber auch beim Feedback-Geben sowie beim Coachen von Mitarbeitern aus fremden Kulturen zu beachten gilt. Ausführlich werden in dem Programm auch Fragen erörtert wie: Welches (Führungs-)Verhalten ist den verschiedenen Kulturen nötig, um mit Mitarbeitern und Kollegen ein tragfähiges "Commitment" zu erzielen?

Und: Wie geht man in ihnen mit Konflikten um? Dabei ist laut Laraia das übergeordnete Ziel: "Die Teilnehmer sollen zwar die erforderliche Verhaltensflexibilität zum Führen von Mitarbeitern mit einem anderen kulturellen Background entwickeln, jedoch ohne ihre eigene Identität und Persönlichkeit zu leugnen sowie scheinbar aufzugeben."

Nähere Infos gibt es bei der Unternehmensberatung Dr. Kraus & Partner, Bruchsal (Tel.: 07251/989034; Internet: http://www.kraus-und-partner.de). Ansprechpartner ist der Leiter des Geschäftsbereichs "Internationale Personalentwicklung" Ernesto Laraia (ernesto.laraia@kraus-und-partner.de). (oe)