Neue Formfaktoren wichtiger

Intel will keine Desktop-Motherboards mehr bauen

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Der Halbleiterkonzern Intel will sich mittelfristig aus dem Geschäft mit Motherboards für klassische PCs verabschieden.
Ein Desktop-Motherboard von Intel (Typ DZ77GA-70K)
Ein Desktop-Motherboard von Intel (Typ DZ77GA-70K)
Foto: Intel

Mit dem Erscheinen der nächsten CPU-Generation "Haswell" wolle Intel die Entwicklung solcher Hauptplatinen für PCs im Tower-Gehäuse einstellen, berichtet der Branchendienst "Cnet" und zitiert aus einer Intel-Notiz an die US-Presse wie folgt: "Wir haben heute intern angekündigt, dass Intels Desktop-Motherboard-Geschäft über die kommenden drei Jahre allmählich zurückgefahren wird".

Die Mitarbeiter und Erfahrungen sollen demnach konzernintern umgeschichtet und für neue, interessantere und hauptsächlich mobile Formfaktoren (Ultrabooks, Tablets, Mobiltelefone) eingesetzt werden. Das endgültige Aus für Desktop-Rechner sollte Intel Rückzug allerdings nicht bedeuten - man darf davon ausgehen, dass andere Motherboard-hersteller wie Asus, Gigabyte oder MSI weiter im Geschäft bleiben werden. Die Taiwaner adressieren primär PC-Nutzer, die sich - wie viele Gamer - ihren Rechner selbst zusammenstellen. Und Intel will diesen Markt auch zukünftig mit besonders leistungsfähigen Prozessoren bedienen.

Vor der Intel-An- respektive Abkündigung waren bereits Gerüchte aufgekommen, der Konzern werde die Herstellung von Board-Verbindungen (der sogenannten Land-Grid-Array-Sockel, kurz LGA) mit Erscheinen des Haswell-Nachfolgers "Broadwell" einstellen. Diese wollte Intel nicht kommentieren.