IDF

Intel will Hochleistung ins mobile Internet bringen

14.09.2010
Intel will sich gestärkt durch seine jüngsten Übernahmen im Herzen des wachsenden Marktes für mobile Internet-Geräte positionieren.
Intel-Chef Paul Otellini bei seiner Keynote zum IDF 2010 (Foto: Intel)
Intel-Chef Paul Otellini bei seiner Keynote zum IDF 2010 (Foto: Intel)

Für PCs und Laptops stellte das Unternehmen am Montag Einzelheiten seiner neuen Prozessor-Plattform "Sandy Bridge" vor. Und im boomenden Markt der mobilen Internetgeräte will das Unternehmen auch von seiner Übernahme der Wireless-Sparte von Infineon profitieren.

Intel wolle mit seinen Prozessoren dafür sorgen, dass die Nutzer künftig über alle Geräte hinweg, die sie stationär oder mobil nutzen, ihre Informationen bruchlos austauschen können, sagte Intel-Chef Paul Otellini am Montag in seiner Keynote-Rede (Video-Link) in San Francisco. Für dieses Ziel habe Intel bereits seine Entwicklungs- und Vertriebsprozesse entsprechend erweitert.

Auf dem Intel Developer Forum (IDF) in San Francisco präsentierte Intel eine Reihe von Anwendungen, die künftig den Umgang mit Computern radikal verändern könnten - für die dafür benötigte Rechenleistung sollen die Prozessoren von Intel sorgen. So sollen sich zum Beispiel Spiele mit Gesten und Bewegungen auch am PC steuern lassen. Und einmal entwickelte Spiele sollen künftig nahtlos auf vielen verschiedenen Geräten - vom PC bis zum handlichen Mobil-Gerät - laufen können.

Für den wachsenden Markt der mobilen Internetgeräte will Intel künftig mehr Komplettprodukte an Hard- und Software anbieten. Zusätzliche Services sollen zudem für mehr Energieeffizienz und Sicherheit sorgen. Zuletzt hatte Intel auch den IT-Sicherheitsspezialisten McAfee übernommen - für 7,7 Milliarden Dollar. Für Sicherheits-Lösungen gebe es einen extrem wachsenden Bedarf, sagte Otellini.

Blick von der Seite auf einen Sandy-Bridge-Wafer (Foto: Intel)
Blick von der Seite auf einen Sandy-Bridge-Wafer (Foto: Intel)
Foto: Intel

Die neue Prozessor-Generation Sandy Bridge werde Anfang 2010 in hohen Stückzahlen verfügbar sein, kündigte Otellini an. Auf Basis der neuen Plattformen sollen Nutzer zum Beispiel ohne Wartezeit Musik sowie Videos in hoher Auflösung oder in 3D abspielen können. Auch für künftige Anwendungen wie Spiele, die sich statt mit Maus und Tastatur nur noch mit Gesten und Bewegungen steuern lassen, soll Sandy Bridge die nötige Rechenleistung bringen.

Mit seinen jüngsten Übernahmen sieht sich Intel zudem im wachsenden Markt der mobilen Internet-Geräte gestärkt. Insgesamt zehn Milliarden Dollar hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren für Zukäufe investiert, darunter auch für die Wireless-Sparte des Elektronikherstellers Infineon. "Gemeinsam mit Infineon werden wir künftig eine führende Position im Mobilfunkmarkt der nächsten Generation einnehmen", sagte Otellini.

Die Sparte des deutschen Dax-Unternehmens bringt zum Beispiel Know-how beim neuen Mobilfunkstandard LTE mit ein. Der amerikanische Chipproduzent hatte dagegen bislang auf die Funkstandards Wifi und Wimax gesetzt. Wimax hatte sich in Europa nicht gegen LTE durchsetzen können, das auf UMTS aufbaut.

Intel versucht seit Jahren, seine Abhängigkeit vom Markt der Personal Computer mit der Erschließung neuer Märkte zu verringern. Im stark wachsenden Markt für Smartphones und Tablet-PCs tat sich das Unternehmen bislang oft schwer. Statt auf die stromhungrigen Intel-Chips setzten namhafte Hersteller wie Apple vielfach auf die flexibleren Prozessoren von ARM oder sogar auf Eigenproduktionen. (dpa/tc)