Übernimmt Verizon?

Intel muss TV-Ambitionen zurückschrauben

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Eigentlich wollte Intel den US-Fernsehmarkt mit einem Web-basierenden Service aufrollen. Doch der Chipriese hatte sich da wohl zu viel vorgenommen.

Einem Bericht von "All Things Digital" zufolge wird Intel die Sparte Intel Media, die mit dem ambitionierten Projekt betraut war, wohl ganz oder teilweise an Verizon abtreten. Der Telco betreibt bereits einen Pay-TV-Dienst. Die Verhandlungen zwischen Intel und Verizon seien bereits recht fortgeschritten, heißt es weiter; beide Firmen wollten die Meldung nicht kommentieren.

Intel hatte Anfang 2011 den früheren BBC-Manager Eric Huggers eingestellt, um den Intel-Fernsehdienst mit Settop-Boxen unter Intels eigener Marke auf die Beine zu stellen - nicht ganz trivial für eine Firma, die weder im Mediengeschäft ist noch direkt an Endkunden verkauft. Noch im Februar dieses Jahres hatte Huggers einen Start des Dienstes zu Ende 2013 versprochen.

Huggers hatte irgendwann ein Team von 300 Leuten aufgebaut, die Box entwickelt und auch schon das Branding unter dem Namen "OnCue". Tausende Intel-Mitarbeiter haben den Service in diesem Jahr schon daheim ausprobieren können.

Jedoch gelang es Intel zu keinem Zeitpunkt, die Verträge mit den TV-Netzen unter Dach und Fach zu bringen, die es für einen kommerziellen Launch gebraucht hätte. Im Juli hatte sich dann auch der neue Intel-Chef Brian Krzanich erstmals vorsichtig bezüglich der Zukunft von Intel Media geäußert.