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Intel gibt Umsatz- und Ertragswarnung aus

03.09.2004

Mit dem Verweis auf eine unerwartet niedrige Nachfrage hat Chipriese Intel seine Prognosen für das laufende dritte Quartal weiter heruntergeschraubt. Das Unternehmen aus Santa Clara erwartet nun in dem am 25. September auslaufenden Dreimonatszeitraum nur noch Einnahmen zwischen 8,3 Milliarden und 8,6 Milliarden Dollar. Im Juli hatte Intel noch Quartalserlöse von 8,6 bis 9,2 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Bei der Bruttogewinnmarge rechnet der Konzern mit etwa 58 Prozent anstatt der bislang prognostizierten 60 Prozent. Auch für das Gesamtjahr zeigte sich der Konzern pessimistischer und geht nun von einer Gewinnspanne von 58 bis 60 Prozent aus. Bisher hatte Intel hier eine Bruttomarge von 60 Prozent angepeilt.

Als Grund für die schwächeren Prognosen führte der Chipriese die überraschend niedrige Nachfrage nach Prozessorprodukten sowie das schwächere Wachstum im Bereich Flash Memory an. Außerdem hätten PC-Kunden damit begonnen, ihre Lagerbestände für Bauteile zu reduzieren. Insgesamt wiesen alle Anzeichen darauf hin, dass das weltweite Geschäft im weiteren Quartalsverlauf und dem Rest des Jahres abflaut, so Intels Finanzchef Andy Bryant.

Der Monat Juli sei noch ganz gut verlaufen, erklärte der Topmanager. Als sich im August dann die Nachfrage abschwächte, habe Intel mit Preisnachlässen reagiert, die aber nicht den gewünschten Erfolg erzielt hätten. Aus Gespräche mit den Kunden gehe deutlich hervor, das der Markt in diesem September nicht die übliche Dynamik zu dieser Jahreszeit aufweisen werde.

Gleichzeitig betonte der Finanzchef jedoch, dass der Rückgang im laufenden Quartal nur schwach sei. Ausgehend vom Mittelwert der reduzierten Prognose würden die Einnahmen gegenüber dem vorangegangenen zweiten Quartal immer noch um fünf Prozent zulegen – zuvor habe Intel aber mit einem Plus von zehn Prozent gerechnet.

Eine ähnliche Entwicklung wie beim Branchenprimus zeichnet sich auch für den weltweiten Halbleitermarkt an. Dieser legte nach Untersuchungen des Branchenverbands Semiconductor Industry Association (SIA) im Juli 2004 gegenüber dem Vorjahresmonat um fast 38 Prozent auf 18 Milliarden Dollar zu. Im Vergleich zum Vormonat Juni verzeichnete die Branche allerdings nur noch ein Wachstum von einem Prozent. Den Grund für den geringen Zuwachs sieht die SIA in saisonalen Effekten und dem gesunkenen Verbrauchervertrauen sowie steigenden Lagerbeständen. Verbandspräsident George Scalise geht aber weiterhin davon aus, dass das für 2004 prognostizierte Wachstum von rund 28 Prozent auf 214 Milliarden Dollar erreicht wird. (mb)