Prognose korrigiert

Intel entdeckt Fehler im Chipsatz zu "Sandy Bridge"

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Intel hat einen Fehler im Chipsatz seiner neuesten Prozessorgeneration "Sandy Bridge" für PCs und Notebooks entdeckt.
Sandy-Bridge-Die (mit CPUs, die nicht von dem Designfehler betroffen sind)
Sandy-Bridge-Die (mit CPUs, die nicht von dem Designfehler betroffen sind)
Foto: Intel

Der Wurm steckt nicht in den CPUs von "Sandy Bridge", sondern in einem Unterstützungschip des "6-Series"-Chipsets (Codename "Cougar Point"). Einer Mitteilung zufolge kann bei den fehlerhaften Bauteilen die Leistung der Serial-ATA-Ports (SATA), an die zum Beispiel Festplatten oder DVD-Brenner angeschlossen werden, mit der Zeit nachlassen.

Intel hat den Fehler nach eigenen Angaben eingekreist und weitere Auslieferungen des betroffenen Chips gestoppt. Die Produktion eines neuen korrigierten Designs hat bereits begonnen. Auslieferungen des korrigierten Chipsets an Kunden (= PC-Hersteller) sollen Ende Februar beginnen, erst im April kann aber wieder in voller Stückzahl gefertigt werden.

Kunden, die bereits möglicherweise fehlerhafte Chipsets gekauft haben, bietet Intel notgedrungen eine Rücknahme an. Auch bei Änderungen an oder dem Austausch von Motherboards und Platinen will der Konzern helfen. Die Stückzahlen sollen sich noch in Grenzen halten, da Systeme mit dem defektiven Unterstützungschip erst seit dem 9. Januar ausgeliefert wurden, so dass nur relativ wenige Endkunden betroffen sein dürften.

Es handelt sich ausschließlich um PCs mit Quad-Core-Prozesoren vom Typ "Core i5" und "Core i7" der zweiten Generation. Intel geht davon aus, dass die Käufer solcher Rechner sie einstweilen problemlos weiternutzen können, während der Hersteller ihres Rechners an einer dauerhaften Lösung arbeitet.

Intel erwartet, dass der Fehler das Unternehmen im ersten Quartal 2011 rund 300 Millionen Dollar Umsatz kosten wird. Dazu kommen nochmals 700 Millionen Dollar Kosten für Reparatur und Austausch von bereits in den Markt gelangten Systemen, die allerdings teilweise nachträglich auf das Schlussquartal 2010 abgeschrieben werden.

Intel hat nun eine neue Prognose veröffentlich, die neben dem Chipsatz-Problem auch die erfolgreiche Übernahme der Handychipsparte von Infineon und den Abschluss des Kaufs des Security-Spezialisten McAfee voraussichtlich noch vor Ende des ersten Quartals berücksichtigt. Demnach soll der Umsatz im ersten Quartal bei 11,7 Milliarden Dollar (plusminus 400 Millionen) liegen, zuvor waren 11,5 Milliarden Dollar angesetzt. Die Bruttomarge soll voraussichtlich 61 Prozent betragen, zuletzt waren 64 Prozent. Die Ausgaben (R&D plug MG&A) steigen wohl auf 3,6 Milliarden Dollar, ursprünglich waren 3,4 Milliarden angesetzt. Auf das gesamte Fiskaljahr wird sich der Designfehler weniger stark auswirken.