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Infomatec korrigiert Umsatzprognose drastisch nach unten

30.08.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Infomatec Integrated Information Systems AG wird ihr geplantes Umsatzziel von 90 bis 100 Millionen Euro in diesem Jahr weit verfehlen. Statt dessen rechnet der Augsburger Hersteller von Settop-Boxen nur noch mit Einnahmen von rund 50 Millionen Euro und einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von minus 25,9 Millionen Euro.

Das Unternehmen begründete die Korrektur unter anderem damit, dass der Umsatz aus dem Vertrieb von JNT-Surfstations hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei. Infomatec nannte in diesem Zusammenhang die mit 14 000 Stück unerwartet geringe Zahl der von Geschäftspartner Mobilcom abgenommenen Surfstations. Noch im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen in einer Ad-Hoc-Mitteilung von 100 000 bestellten Geräten gesprochen. Vor kurzem musste Infomatec diese Meldung im Nachhinein ändern, nachdem ein Bericht der COMPUTERWOCHE offen gelegt hatte, dass Mobilcom lediglich 14 000 Stück bezahlt hatte. Der Büdelsdorfer Carrier bestand zudem auf einer Wandlung des damals geschlossenen Kaufvertrags. Inzwischen untersucht die deutsche Wertpapieraufsicht den Vorfall (CW Infonet berichtete).

Mit Ad-Hoc-Meldungen vorsichtig geworden, teilt der Augsburger Hersteller nun auch weitere zu erwartende Einbußen mit. In einer Stellungnahme heißt es dazu wörtlich: "Bezugnehmend auf den in der Ad-Hoc-Meldung vom 16. November angekündigten Auftrag von Woldwide Database Company, Tochter der Continental Networks, weisen wir darauf hin, dass wir aufgrund von Differenzen mit dem Kunden und nach langwieriger und eingehender Prüfung der unterschriebenen Dokumente bezüglich deren Verbindlichkeit nunmehr zu dem Schluss gekommen sind, dass keine weiteren Umsätze aus diesem Projekt zu erwarten sind."

Infomatec veröffentlichte für sein erstes Geschäftshalbjahr einen Umsatz von 28,6 Millionen Euro, was einer Steigerung von 94,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das EBITDA-Defizit stieg von 7,5 Millionen Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres auf 15,4 Millionen Euro.