Web

 

Infineon will weiter wachsen - auch durch Übernahmen

01.10.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Münchner Chipkonzern Infineon rechnet nach einer langen Verlustserie für das kommende Jahr mit einem hohen Gewinn: Bezugnehmend auf Analystenschätzungen, die für 2004 von einen Nettogewinn zwischen 260 Millionen und 420 Millionen Euro ausgehen, sagte Konzernchef Ulrich Schumacher der "Financial Times Deutschland", er sehe momentan keine Anzeichen für eine Katastrophe, die dies verhindern könnte. Schumacher hält sowohl im Automobil- wie auch im Kommunikationsgeschäft eine Gewinnspanne von 15 Prozent für realistisch. Die Marge bei den Speicherchips sei dagegen schwer zu bestimmen, da sie eng an den Verkaufspreis gebunden sei.

Nach Informationen des „Handelsblatts“ hat Infineon auch in Sachen Umsatz einiges vor: Wie die Wirtschaftszeitung aus Firmenkreisen erfuhr, wollen die Münchner ihre Jahreseinnahmen bis 2008 auf 16 bis 20 Milliarden Euro steigern. Zum Vergleich: Den Umsatz für 2003 schätzen Analysten auf sechs Milliarden Euro.

Der Chiphersteller sieht dabei in der Automobilelektronik oder dem TK-Bereich zusätzliche Wachstumschancen und will seinen Marktanteil in China und den USA erhöhen. Außerdem setzt Konzernchef Schumacher Hoffnungen in neue, noch in Entwicklung befindliche Produkte wie RFID- (Radio Frequency Identification) oder Biochips. Nach Ansicht von Marktbeobachtern kann Infineon das Wachstumsziel jedoch nur mittels Zukäufen erreichen. Entsprechendes deutete auch der Konzernchef gegenüber der "FTD" an: In zwei bis drei Jahren werde es zahlreiche Gelegenheiten für Zukäufe geben, so Schumacher. Um darauf vorbereitet zu sein, wolle sein Unternehmen bedeutende Cash-Reserven aufbauen. Infineon plant dabei vor allem in Unternehmen zu investieren, die das eigene Portfolio ergänzten. Allerdings werde es sich dabei nicht um milliardenschwere Übernahmen handeln.

Infineon-Chef Schumacher hatte erst vergangene Woche erklärt, der hohe Liquiditätsbestand könnte auch für Zukäufe verwendet werden. Infineon verfügt momentan über Barmittel von rund von rund 2,5 Milliarden Euro. (mb)