Aktie fällt

Infineon will US-Halbleiterkonzern International Rectifier übernehmen

21.08.2014
Die Infineon-Aktien haben am Mittwochabend nach einer Milliarden-Übernahme im späten Xetra-Handel weiter nachgegeben.

Zuletzt notierten die Titel des Chipherstellers 0,70 Prozent tiefer bei 8,54 Euro. Bereits im elektronischen Hauptgeschäft hatten Gerüchte über einen bevorstehenden Kauf eines US-Wettbewerbers Infineon um 1,38 Prozent auf 8,60 Euro absacken lassen. Doch erst nach dem Börsenschluss in Deutschland teilte der Chiphersteller mit, den auf unter anderem Leistungshalbleiter spezialisierten US-Hersteller International Rectifier für rund drei Milliarden US-Dollar beziehungsweise 40 Dollar je Aktie in bar übernehmen zu wollen. Der Verwaltungsrat des Unternehmens habe bereits zugestimmt. Zuvor war allerdings ein Volumen von zwei Milliarden Dollar kolportiert worden.

Infineon-Zentrale 'Campeon' in Neubiberg bei München
Infineon-Zentrale 'Campeon' in Neubiberg bei München
Foto: Infineon

Die Anteilsscheine von International Rectifier schossen nach einer kurzzeitigen Handelsaussetzung um 47,29 Prozent auf 39,12 Dollar hoch. Die Aktien der zuvor genannten, möglichen Übernahmeziele Power Integrations, Fairchild Semiconductor und Semtech dämmten ihre Gewinne überwiegend ein. Der Deal von Infineon sei zu erwarten gewesen, sagte ein Börsianer. "Man sollte jetzt genau hinschauen, ob die Transaktion zu teuer ist und welchen Mehrwert sie den Aktionären bietet. Generell halten wir es für einen sinnvollen Schritt."

Auch Händler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner betonte, die Münchener setzten mit dem Zukauf ihre bereits seit einigen Monaten propagierte Strategie um. "Ob das bei den derzeitigen Übernahmepreisen ein 'Schnäppchen' war, darf zumindest bezweifelt werden", merkte er indes kritisch an. "Unschön ist auch, dass die Transaktion durch Liquidität bezahlt wird. Eine Übernahme und Bezahlung durch Aktien wäre wesentlich attraktiver gewesen." (dpa/tc)