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Infineon will die IT-Infrastruktur auslagern

16.02.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nachdem Infineon bereits einen Teil der Produktion und andere Bereiche an Partner ausgelagert hat, will der Münchner Chiphersteller 2004 seine IT-Infrastruktur einem Dienstleister übertragen. "Wir sind hier im Auswahlprozess und in Verhandlungen über einen größeren Deal", verriet Andreas von Zitzewitz, COO (Chief Operating Officer) von Infineon, der "Financial Times Deutschland". Dabei gehe es um einen Vertrag in höherer dreistelliger Millionenhöhe mit fünfjähriger Laufzeit, und um etwa 250 Mitarbeiter, die dann an den IT-Dienstleister übergehen würden.

Auch in der Produktion will der Siemens-Ableger das Volumen der von Fremdfirmen erbrachten Leistungen steigern. Wegen der anziehenden Nachfrage könnte der Outsourcing-Anteil in manchen Fertigungssegmenten temporär bis auf 50 Prozent klettern, so von Zitzewitz. Bereits jetzt übernehmen Partner in einigen Bereichen 30 bis 40 Prozent der Produktion.

Das Outsourcing von Chipfertigung und Teilen der Entwicklung ist bereits seit den 90er Jahren Praxis bei Infineon. Im vergangenen Jahr wagten sich die Münchner erstmals auch an das Auslagern von IT-Dienstleistungen. So beauftragte der Konzern im Juli 2003 Accenture für sieben Jahre mit der Betreuung seiner SAP-Systeme. Im Oktober wurden Lohn- und Gehaltsabrechnung, "wesentliche Teile" des Recruitings sowie die Betreuung von Werkstudenten in Deutschland und Österreich für zehn Jahre an EDS überantwortet.

Welche Dienstleister für die Übernahme der IT-Infrastruktur in Frage kämen, sagte von Zitzewitz nicht. Das Vorstandsmitglied erklärte jedoch, um die Komplexität der Geschäftsbeziehungen zu reduzieren, gehe man das Thema Outsourcing nun strukturierter an. So wolle der Konzern die Anzahl der Partner reduzieren und mit Weltklassefirmen zusammenarbeiten. (mb)