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In den Kernmärkten

Immer mehr Nutzer lassen Facebook links liegen

18.08.2011
Von pte pte
Nachdem schon eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Gartner erste Ermüdungserscheinungen bei Facebook-Nutzern festgestellt hat, bekommt das erfolgsverwöhnte Unternehmen jetzt den nächsten Dämpfer verpasst.

Laut einer großangelegten Studie des GlobalWebIndex geht die Aktivität im größten aller sozialen Netzwerke in den Kernmärkten zurück. Die weltweite Nutzung von Facebook nimmt trotzdem weiter zu.

Auch die COMPUTERWOCHE ist bei Facebook -- Sie sind hoffentlich schon Fan?
Auch die COMPUTERWOCHE ist bei Facebook -- Sie sind hoffentlich schon Fan?

"Ich glaube nicht, dass ein Ende des Booms absehbar ist. Facebook ist ja noch gar nicht so alt. Jeder Hype erreicht irgendwann ein Plateau und geht dann zurück. Jetzt wird es erst interessant, weil sich zeigen wird, wozu Facebook wirklich taugt", sagt AG-Social-Media-Vize-Vorstand Benedikt Köhler im Gespräch mit pressetext. Auch die Konkurrenz durch Google+ setzt Facebook zu. Trotzdem wachsen beide Plattformen beständig. "Der Austausch über solche Plattformen ist ein Grundbedürfnis. Deshalb werden soziale Netzwerke auch in Zukunft wachsen", so Köhler.

Die GlobalWebIndex-Studie, für die im Juni und Juli 2011 fast 100.000 Personen interviewt wurden, zeigt jetzt sogar einen tatsächlichen Rückgang der Aktivität im Zuckerbergschen Netzwerk. Für die Datenerhebung wurde das Facebook-Verhalten von Nutzern aus 27 Ländern untersucht. Das Ergebnis: Die Rückgänge der Aktivität sind vor allem in den Facebook-Kernmärkten Europa und Nordamerika zu verzeichnen. In den USA ist der Trend am deutlichsten zu erkennen.

In den Vereinigten Staaten ist die Anzahl der an Facebook-Freunde verschickten Nachrichten zwischen Juni und Juli um 15 Prozent gesunken. Die Anzahl der Beitritte zu Gruppen ist ebenfalls um zehn Prozent zurückgegangen. Insgesamt gibt es in den gut entwickelten Märkten weniger Statusupdates, geteilte Inhalte, Nachrichten und installierte Anwendungen. Ein Teil des Rückgangs ist wahrscheinlich der Urlaubszeit geschuldet. Das alleine kann die hohen Verluste aber nicht erklären. Am deutlichsten ist die Ermüdung der Nutzer in der Gruppe der Studenten und Studierten in ihren 20ern - diese waren eigentlich die treibende Kraft hinter der explosionsartigen Ausbreitung von Facebook.

Global gesehen legt Facebook zu. Das liegt vor allem an der Entwicklung in noch nicht vollständig erschlossenen Gebieten in Asien und Osteuropa. Dort sind die Wachstumsraten von Facebook immer noch enorm. Die Gesamtutzung von sozialen Netzwerken hat im Untersuchungszeitraum für 16- bis 24-Jährige um 26 Prozent zugenommen. Noch stärkeren Zuwachs gab es in der Altersgruppe der 35- bis 44-Jährigen. Hier nahm die Nutzung sogar um 35 Prozent zu. "Die Silver-Surfer über 50 werden in Kürze die größte Nutzergruppe in den sozialen Netzwerken sein. Die Wachstumsraten in dieser Gruppe sind auch deshalb so hoch, weil der Sättigungsgrad hier noch nicht so hoch ist", erklärt Köhler gegenüber pressetext. (pte)