Web

 

IDF: Intel-CEO erwartet steigende PC-Nachfrage

19.02.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach Ansicht von Intel-Chef Craig Barrett ist die Nachfrage nach fortschrittlichen Technologien nach wie vor ungebremst. Die letzten beiden Jahre hätten dies deutlicher als zuvor gezeigt, erklärte Barrett auf dem Intel Developer Forum (IDF) in San José, Kalifornien, vor rund 4000 Zuhörern. So würden bedeutende Entwicklungen wie die Expansion des Internets, das exponentiale Wachstum des Datenverkehrs, die drahtlose Kommunikation oder das Zusammenwachsen von Konsumprodukten und Inhalten mit digitaler Technologie trotz schwacher Wirtschaft unvermindert fortschreiten. Grundlage dafür seien immer neue Innovationen in der Halbleitertechnik, so der Intel-CEO. Unverändert gelte das Moor'sche Gesetz, demzufolge sich die Rechenleistung von Computerchips alle 18 Monate verdoppelt.

Kommentare dieser Art werden von Intel erwartet, gilt es doch, die Kunden dazu anzuregen, in kurzen Abständen beim Erscheinen schnellerer Prozessoren einen neuen PC zu kaufen. Gleichzeitig vertritt der Chiphersteller die Ansicht, dass Anwender und Softwareentwickler einen Weg finden werden, von der gestiegenen Leistung der Rechner zu profitieren. Trotz dieser offensichtlichen Vorteile sahen viele Anwender wegen der Konjunkturflaute in der jüngsten Zeit davon ab, ihre Rechner auf den neuesten Stand zu bringen. Der Intel-CEO schätzt, dass zirka 160 bis 180 Millionen PCs noch immer im Einsatz sind, obwohl sie bereits den Abschreibungszeitraum von drei Jahren überschritten haben.

Um die Kauflust trotz schlechter Rahmenbedingungen zu steigern, arbeitet Intel eng mit PC- und Zubehörherstellern zusammen. Ziel der Kooperation ist es stärkere Verbindungen zwischen Unterhaltungselektronik, Geschäftsanwendungen und Kommunikationstechnik zu knüpfen. Als Beispiel dafür führte Barrett unter anderem die jüngst vorgestellte Wireless-Internet-on-Chip-Technologie auf. Diese stelle der Handy-Industrie hohe Rechenleistung und vielseitige Kommunikationsfunktionen auf einem einzigen Chip zur Verfügung, so der CEO. "Wenn wir weiterhin innovativ sind und gemeinsam die Herausforderungen der Zukunft angehen, werden die Möglichkeiten für unsere Industrie endlos sein," verkündete Barrett.

Der Unternehmenschef geht davon aus, dass sich die Geschäftsbedingungen in diesem Jahr leicht verbessern werden, zumindest, was Intel betrifft. So schätzen Marktforscher, dass die IT-Ausgaben 2003 um fünf bis sieben Prozent steigen, teilweise, weil viele Anwender ihren vor dem Jahrtausendwechsel gekauften Rechnerbestand nun aktualisieren. (mb)