Web

 

Iceberg entwickelt Kamerasperre für Fotohandys

12.09.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Jetzt hat man schon Unmengen gezahlt dafür, dass man mit seinem Handy E-Mails empfangen, Tabellenkalkulationen bearbeiten, Terminkalender führen, Videos ansehen, fotografieren und - klar - auch telefonieren kann. Gern legt man das Zeitgeistobjekt der technischen Avantgarde im Restaurant auf den Tisch - und jetzt das! Das Unternehmen Iceberg Systems befindet sich gerade im Probebetrieb für ein Produkt, das selbständig die Fotofunktion von Handys ausschaltet, wenn sich der Mobiltelefonbesitzer auf verbotenem Gelände befindet. Prinzipiell ist die von Iceberg entwickelte Technik auch auf andere Funktionen wie die Versendung von SMS-Nachrichten oder Klingelzeichen ausdehnbar.

Iceberg Systems testet gerade seine "Safe-Haven"-Lösung. Hierbei handelt es sich um eine Kombination aus Transmitter-Hardware und einer Kontrollsoftware, die beide in Kamerahandys eingebaut werden. Wenn nun ein Handybesitzer ein Gelände oder einen Raum betritt, der ebenfalls mit der Safe-Haven-Lösung ausgestattet ist, wird ein Signal an das Mobiltelefon geschickt mit der Instruktion, die Fotofunktion auszuschalten. Befindet sich das Handy wieder ausserhalb der Reichweite solcher geschützter Bereiche, schaltet sich die Kameraoption wieder ein.

Der Generaldirektor bei Iceberg Systems, Patrick Snow, sagte, sein Unternehmen stehe bereits mit sehr bekannten Handy-Herstellern in Verhandlungen, die an der Iceberg-Technologie Interesse zeigen würden. Snow bestätigte, dass die von seiner Firma entwickelte Technik prinzipiell auch auf andere Handyfunktionen anwendbar sein könnte. Zu denken wäre etwa daran, in Schulen SMS-Botschaften zu blockieren oder in Restaurants oder in der Oper Klingeltöne zu unterbinden. Im Moment konzentriere man sich aber ausschließlich auf die Fotofunktion von Mobiltelefonen.

Analysten gehen davon aus, dass in fünf Jahren rund eine Milliarde Handys mit Kameraoption ausgestattet sein werden. Unternehmen wie Samsung oder LG Electronics haben bereits reagiert: Sie verbieten es ihren Mitarbeitern, solche Multifunktionshandys in Entwicklungs- und Produktionsbereichen zu benutzen.(jm)