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I2hub: Tauschbörse im Internet2

30.04.2004

Forscher und Studenten in den USA haben sich ungenutzte Bandbreiten des Internet 2 zunutze gemacht und betreiben eine P2P-Tauschbörse (Peer to Peer) über den schnellen Backbone. Damit umgehen sie auch von den Universitäten eingeführte Restriktionen hinsichtlich der Nutzung von Internet-Diensten, Tauschbörsen und Bandbreiten, sagte "Ttol", ein Mitinitiator, der anonym bleiben will. Denn im Gegensatz zum herkömmlichen Netz regulieren die Systemadministratoren das Internet 2 nicht.

"I2hub" basiert auf der Open-Source-Software "Direct Connection" und ermöglicht es Anwendern, auf freigegebenen Laufwerken anderer am Netz angeschlossener Rechner nach Dateien zu suchen. Wie beim Vorbild aller Tauschbörsen, Napster, läuft der Datenverkehr über einen zentralen Server, für dessen Betrieb ein normaler PC ausreicht.

Laut Ttol nutzen rund 2000 Studenten an 100 Universitäten die Internet-2-Tauschbörse. Die Initiatoren befürchten allerdings, in das Fadenkreuz der RIAA (Recording Association of America) zu geraten, falls große Mengen urheberrechtlich geschützten Materials ausgetauscht würde. Anwender teilen die Bedenken offenbar nicht. Und das völlig zu Recht, sagte "Conrail", ein weiteren Initiator, der nicht erkannt werden will. Dem Studenten der Widener University School of Law zufolge sind die Datentauscher bei einer Server-basierenden Tauschbörse aus dem Schneider. Wie der Fall Napster gezeigt habe, werde in diesem Fall der Betreiber des Dienstes zur Verantwortung gezogen. Da helfe es auch nichts, dass I2hub eigentlich zum Austausch von Forschungsergebnissen und Facharbeiten gedacht sei. (lex)