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Hynix zahlt 185 Millionen Dollar Strafe für Preisabsprache

22.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Hynix Semiconductor Inc.aus Südkorea, der weltweit zweitgrößte Hersteller von Speicherchips, hat sich vor einem US-amerikanischen Gericht mit einer Strafzahlung von 185 Millionen Dollar einverstanden erklärt. Das Unternehmen wurde beschuldigt, zwischen 1999 und 2002 gemeinsam mit anderen Konzernen aus der Branche Preisabsprachen getroffen zu haben.

Bereits vergangenes Jahr klagte das US-Justizministerium die Infineon Technologies AG desselben Vergehens wegen an. Das deutsche Unternehmen hatte sich Anfang Dezember 2004 ebenfalls zu Zahlungen bereit erklärt. Neben 160 Millionen Dollar Strafe mussten seinerzeit vier Infineon-Manager eine mehrmonatige Haftstrafe antreten und zudem eine Geldbuße von jeweils 250.000 Dollar leisten.

Das Justizministerium untersucht in diesem Zusammenhang auch den weltgrößten Anbieter von Speicherchips, die Samsung Electronics Company aus Südkorea.

Micron Technology Inc., der größte Speicherchipanbieter aus den USA, kommt in dem Verfahren wegen illegaler Preisabsprachen halbwegs ungeschoren davon: Micron hatte sich mit der US-Justizbehörde schnell ins Benehmen gesetzt und seine Kooperation angeboten. Dabei hilft dem Unternehmen ein vom Justizministerium aufgesetztes Verfahren, wonach das erste Unternehmen, das sich wegen eines inkriminierten Tatbestands zur Zusammenarbeit mit den Behörden bereit erklärt, amnestiert wird.

Alle in dem Verfahren beschuldigten Unternehmen sehen sich abgesehen von dem Verfahren, das das Justizministerium angestrengt hat, auch noch mit zivilrechtlichen Ansprüchen von geschädigten PC-Herstellern konfrontiert. Zudem läuft eine Sammelklage von privaten Käufern.

Insbesondere im Jahr 2001 waren die Preise für DRAM- und DDR-Speicherbausteine teilweise bis um das Dreifache angestiegen, obwohl die Verkaufszahlen in der PC-Branche gleichzeitig sanken. (jm)