Touchpad

HPs Tablet liegt wie Blei in den Best-Buy-Regalen

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
HPs webOS-Tablet "Touchpad" droht in den USA gnadenlos zu floppen.
Das HP "Touchpad" läuft mit dem von Palm übernommen webOS.
Das HP "Touchpad" läuft mit dem von Palm übernommen webOS.
Foto: HP

Das berichtet unter anderem das Hightech-Blog "All Things Digital" des "Wall Street Journal". Dass das Touchpad nicht der von Hewlett-Packard gewünschte Renner ist, zeichnet sich bereits seit einiger Zeit ab. Zuerst gab es auf den Einführungspreis 50 Dollar Rabatt, dann folgten vereinzelte Nachlässe von 100 Dollar bei Händlern wie Costco. Dann senkte HP selbst den Preis dauerhaft um 100 Dollar. Und trotz eines Nachlasses von 120 Dollar auf das Einstiegsmodell mit 16 Gigabyte Speicher wurde die Daily-Deal-Site Woot unlängst nur 612 Geräte an einem Tag los.

Nun wird ruchbar, dass bei der Handelskette Best Buy das Touchpad wie Blei in den Regalen liegt. Einer Quelle zufolge, die Einblick in interne HP-Reports hatte, konnte Best Buy von 270.000 bestellten Touchpads bis dato gerade einmal 25.000 verkaufen, mithin weniger als zehn Prozent seiner Lagerbestände, heißt es bei "All Things D". Ein zweiter Informant bestätigte die Zahlen, nannte sie "karitativ" und erwähnte, das von enttäuschten Verbraucher retournierte Touchpads vermutlich noch nicht einmal eingerechnet seien. Weitere Quellen haben dem Blog gesteckt, dass Best Buy nun nicht alle bestellten Geräte bezahlen wolle und von HP die Rücknahme der Tablets verlange. HP wiederum bitte um Geduld und habe eine Top-Manager - vermutlich EVP Todd Bradley - nach Minneapolis entsandt, um die Angelegenheit mit der Best-Buy-Chefetage zu verhandeln.

HP legt morgen nach US-Börsenschluss seine aktuellen Quartalszahlen vor. Die Touchpad-Verkäufe werden darin möglicherweise nicht getrennt ausgewiesen.

Nach Angaben des Envisioneering-Group-Analysten Rich Doherty verkauft sich das Touchpad übrigens auch bei anderen US-Ketten wie Wal-Mart, Microcenter und Fry's schlecht. Die "wilden Preisbewegungen" seitens HP hätten dazu geführt, dass die Verbraucher abwarteten, was die kommenden Monate brächten. Aktuell verkauft HP sein Touchpad mit 16 GB für 399 und mit 32 GB für 499 Dollar, genau 100 Dollar günstiger als beim Marktstart im Juni. Bei Best Buy (HP ist dort mit Samsung der wichtigste Lieferant) könnte es nach Einschätzung Dohertys zum Back-to-school-Geschäft nun Bundles geben nach dem Motto "Kauf einen HP-Rechner, das Touchpad gibt es günstig dazu".