Web

 

HPs Ergebnis besser als erwartet

18.08.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Hewlett-Packard (HP) hat im dritten Geschäftsquartal 1999 (Ende: 31. Juli) die Erwartungen der Wallstreet-Analysten um fünf Cent je Aktie übertroffen. Das Unternehmen aus Palo Alto erzielte einen Profit von 853 Millionen Dollar oder 85 Cent je Anteilschein. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum lag der Gewinn noch bei 621 Millionen Dollar, pro Aktie waren 58 Cent erwirtschaftet worden. Ebenfalls positiv entwickelte sich der Umsatz von HP: Er belief sich auf 12,2 Milliarden Dollar; im Berichtszeitraum des Vorjahres setzte der Konzern rund 1,2 Milliarden Dollar weniger um.

Lewis Platt, Chairman des Unternehmens, zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis: „Diverse Geschäftsbereiche haben ihre Profitabilität verbessert, so daß unsere Erwartungen übertroffen wurden“. Zum Nachfolger von Platt als CEO, der im März 1999 seinen Rücktritt angekündigt hatte, war erst vor kurzem die Managerin Carleton Fiorina ernannt worden. Tim Bajarin, Chef des kalifornischen Beratungsunternehmens Creative Strategies, sieht die Berufung der ehemaligen Topmanagerin von Lucent Technologies durchaus positiv: Dieser Schritt habe das „Vertrauen in HP eindeutig gesteigert.“

Während die Umsätze in den USA um acht Prozent stiegen, kletterten sie in Europa um 13 und im asiatischen Raum um 24 Prozent. Das IT-Geschäft von HP verzeichnete einen Anstieg von zwölf Prozent, wobei in erster Linie der Absatz von Notebooks, PCs und Servern florierte. Im Bereich Kundendienst und Support war das Ergebnis jedoch eher durchwachsen. Services für unternehmenskritische Anwendungen und das Outsourcing-Geschäft konnten sich behaupten, demgegenüber sank die Nachfrage nach Beratungsdienstleistungen. Als weiteres Problemkind hat sich nach Angaben des Unternehmens die Trennung von EMC und die Allianz mit Hitachi Data Systems im High-end-Speicherbereich herausgestellt. Hier seien die Umsätze kurzzeitig stark gefallen. Für den Analysten Bajarin ist jedoch das Gesamtergebnis entscheidend: „HP hat im letzten halben Jahr seine Hausaufgaben gemacht und dadurch im Computer-Bereich an Performance gewonnen.“

Die Auskoppelung der eigenen Meß- und Labortechnik-Sparte unter dem Namen Agilent Technologies ist in dem Quartalsergebnis noch nicht berücksichtigt. Sie schlägt mit und 60 Millionen Dollar zu Buche, wodurch sich der Gewinn pro Aktie auf 81 Cent verringert. Weitere 160 Millionen Dollar dürfte die Ausgliederung im laufenden vierten Quartal kosten. In diesem Zusammenhang hat HP angekündigt, das Unternehmen im nächsten Jahr an die Börse zu bringen. Das Emissionsvolumen beziffert Agilent auf rund 100 Millionen Dollar, tatsächlich wird die Summe jedoch wesentlich höher liegen. Weitere Einzelheiten wurden nicht bekanntgegeben. Im Gegensatz zu anderen Unternehmen, die derzeit an die Börse drängen, handelt es sich bei Agilent um einen solide gewachsenen Konzern mit guten, aber nicht überbordenden Wachstumsperspektiven. Mit 43 000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von rund acht Milliarden Dollar dürfte es sich um eine der größten

Firmen handeln, die jemals an die Börse gingen.