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HP verliert Storage-Patentprozess gegen EMC

18.05.2004

EMC hat vor einem Bezirksgericht in Worcester, Massachusetts, einen Prozess gegen Hewlett-Packard gewonnen. HP soll mit seinem Virtualisierungsgerät "CASA" gegen drei Patente von EMC verstoßen haben, die offenbar Kernfunktionen von CASA betreffen. EMC will nun auf Basis der Entscheidung weitere CASA-Verkäufe stoppen lassen. Der Branchenkenner Steve Duplessie, Analyst bei der Enterprise Storage Group, vermutet allerdings, dass nun Verhandlungen zwischen beiden Firmen folgen werden, die letztlich in einem Technologietausch münden.

HP hat erklärt, es untersuche eine mögliche Berufung gegen das Urteil und werde alles tun, um seine CASA-Bestandskunden und -Handelspartner zu schützen. Im September 2002 hatte HP eine eigene Patentklage gegen EMC gestartet, diese wird aber erst im kommenden Jahr verhandelt.

Virtualisierungsgeräte wie CASA ermöglichen unter anderem die Replikation von Daten zwischen verschiedenen Disk-Arrays. Laut EMC ging es bei den drei strittigen Patenten um seine Mirroring- und Replikationsprodukte "SRDF" und "Timefinder". HP selbst hatte vor 18 Monaten erklärt, die CASA-Verkäufe seien richtig ins Rollen gekommen, nachdem man das Produkt als Replikations- statt als Virtualisierungsgerät neu positioniert habe.

Mit Speichervirtualisierung hat HP laut "Computerwire" bislang keine sonderlich glückliche Hand bewiesen. Im Jahr 2000 übernahm der Konzern für 350 Millionen Dollar in eigenen Aktien den ursprünglichen CASA-Entwickler StorageApps (gegen den sich auch EMCs Klage richtete). Damals sah Storage-Virtualisierung nach einem großen Verkaufsschlager aus, was sich bislang nicht bestätigt hat. Anfang dieses Jahres legte HP dann seine zuvor recht öffentlich gehegte Absicht auf Eis, CASA mit dem Out-of-band-Virtualisierungsprojekt "Versastor" von Compaq zu kombinieren. Die Entscheidung wurde mit mangelnder Nachfrage begründet. Überdies wechselte Versastor im Laufe seiner Geschichte schon mehrfach seine technische Ausrichtung. (tc)