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HP: Supercomputer von der Stange

05.10.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Wie baut man einen Superrechner? Man clustert handelsübliche PCs und betreibet den Rechnerverbund mit Linux. Hintergrund dieses Rezepts ist ein Versuch, den Wissenschaftler der französischen Labors von Hewlett-Packard (HP) gemeinsam mit Experten des INRIA (Institut National De Recherche En Informatique Et En Automatique) durchgeführt haben. Basis waren e-PCs, schlanke auf Netzwerkbetrieb ausgelegte Rechner von HP, die via Ethernet verknüpft wurden. Zusammen mit Netzwerk-Komponenten und der Linux-Version des Open-Source-Anbieters Mandrake entstand daraus ein Cluster aus 225 PCs, der sich zu den 500 leistungsstärksten der Welt zählen kann.

Die e-PCs seien nicht modifiziert worden, versichert Bruno Richard, bei HP verantwortlich für den Versuch. Auch seien nur handelsübliche Netzwerkkomponenten verwendet worden. Schwierigkeiten sind laut Richard vor allem beim Installieren von Software aufgetreten. Bei der großen Anzahl der Rechner müsse man jeden Schritt genau überlegen, da sich der Cluster wie ein einziges Gerät verhalten soll. Mittlerweile sei es möglich, über speziell entwickelte Anwendungen jeden der PCs in 12 Minuten komplett neu zu installieren. Die Wissenschaftler planen, die Tools als Open-Source-Software zu veröffentlichen - für alle, die sich ebenfalls an einem "selbstgebastelten" Cluster versuchen wollen. Die Zutaten kosten ohne Netzwerkkabel rund 210.000 Dollar.