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HP erwartet keinen PC-Upgrade-Boom im EMEA-Raum

27.02.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Computerkonzern HP rechnet nicht damit, dass es in diesem Jahr zu einem starken Anstieg der PC-Verkaufszahlen im EMEA-Markt (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) kommen wird. Analysten und Anbieter hatten prognostiziert, dass eine Reihe von Unternehmenskunden ihre vor dem Jahrtausendwechsel gekauften Rechnerbestände auf den neuesten Stand bringen werden. Darauf bauend hatten viele Hardwarehersteller ein steiles Umsatzwachstum in der zweiten Jahreshälfte vorhergesagt. Zwar erwartet auch HP, dass einige Aktualisierungen vorgenommen werden. Dieser Vorgang werde allerdings kein Massenphänomen sein, sondern eher zögerlich vonstatten gehen - zumindest, was die nächsten zwölf Monate betreffe, erklärte Kasper Rorsted, Managing Director EMEA, in einem Interview mit dem "Wall Street Journal". Nach Angaben von Rorsted beherrscht HP in der Region rund ein Drittel des Hardwaremarktes.

Der Fiorina-Konzern hatte am Dienstag nach Börsenschluss seine Ergebnisse für das erste Geschäftsquartal (Ende: 31. Januar) bekannt gegeben. Dabei konnte HP seinen Nettogewinn deutlich steigern, die Einnahmen fielen allerdings überraschend niedrig aus, weil der US-Markt die Erwartungen nicht erfüllen konnte (Computerwoche online berichtete). In Europa habe sein Unternehmen angesichts der schwierigen Marktbedingungen eine sehr solide Leistung erbracht, erklärte Rorsted. Eine Ausnahme sei allerdings der russische Markt gewesen, wo HP ein signifikantes Umsatzwachstum im zweistelligen Bereich erreicht habe. In den wichtigsten europäischen Märkten, Großbritannien, Deutschland und Frankreich, seien die Einnahmen dagegen stagniert oder sogar leicht geschrumpft. Nach Angaben des Topmanagers gelang es dem Konzern jedoch, den Umsatz in Europa gegenüber dem

vorangegangenen Dreimonatszeitraum um sechs Prozent zu steigern und mit 7,1 Milliarden Dollar rund 40 Prozent zu den Gesamterlösen im ersten Quartal beizusteuern.

Für die Monate Februar, März und April erwartet Rorsted in Europa im besten Fall nur ein leichtes Umsatzwachstum gegenüber dem ersten Quartal. Insgesamt geht HP von ähnlich hohen oder sogar leicht rückläufigen Einnahmen aus. (mb)