Web

 

HP baut keine Itanium-Workstations mehr

27.09.2004

Einen herben Rückschlag muss Intel verkraften: Hewlett-Packard, das gemeinsam mit dem Chipriesen Milliarden von Dollar in die Entwicklung der 64-Bit-Architektur "Itanium" investiert hat, verkauft keine Workstations mehr auf Basis dieser Prozessoren.

Intel hatte den Itanium seit 1994 gemeinsam mit HP entwickelt und ursprünglich zum Nachfolger seiner x86-Chips erkoren, die sich zuerst in PCs und später auch in Lowend-Servern durchgesetzt hatte. Die ersten Itanium-Prozessoren kamen allerdings erst 2001 und damit zwei Jahre später als geplant auf den Markt und verarbeiteten vorhandene 32-Bit-Software nicht so gut wie erwartet.

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Intel bereits entschieden, den Itanium vornehmlich für Highend-Server und Workstations zu vermarkten, die vom größeren Adressraum der 64-Technik effektiv profitieren können. Der Konkurrent Advanced Micro Devices entschied sich stattdessen, seine 32-Bit-Prozessoren mit 64-Bit-Erweiterungen auszustatten, sodass Kunden sowohl ihre vorhandenen Applikationen wie auch neue 64-Bit-Programme parallel fahren können. Intel sah sich Anfang dieses Jahres gezwungen, dieses Konzept gleichfalls zu übernehmen.

HP stellt immer noch drei seiner Server-Linien auf Itanium um. Seit Februar verkauft der Hersteller aber auch kleinere Server mit den 64-Bit-erweiterten CPUs von AMD und Intel. Seine Itanium-2-Workstations "zx2000" und "zx6000" stellt der im kalifornischen Palo Alto ansässige Konzern nach Angaben einer Sprecherin nun ein, weil die Kunden das 64-Bit-Erweiterungskonzept präferieren. Am Commitment zum Itanium im Server-Bereich ändere die Entscheidung aber nichts.

Zuvor hatten schon andere Anbieter, darunter Direktanbieter Dell, Itanium-basierende Workstation-Linien eingestellt. Intel-Sprecher Robert Manetta bemühte sich, HPs Entscheidung herunterzuspielen. "Der Workstation-Markt war für Itanium nie ein Hauptfokus", sagte der Intel-Mann. "Wir geben weiter Vollgas im Server-Bereich." (tc)