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Hohe Steuern verhindern schnellere Handy-Verbreitung

26.09.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - In vielen Ländern sind Erwerb und Betrieb eines Mobiltelefons so hoch besteuert, dass die Verbreitung der Technik relativ langsam voranschreitet. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Marktforschungsfirmen Pyramid Reasearch und Frontier Economics in Zusammenarbeit mit Deloitte & Touche und Tarifica. Finanziert wurde die Erhebung in 50 Ländern von rund 680 Mobilfunkanbietern, die in der GSM Association organisiert sind. Den Autoren zufolge schaden sich Staaten, die besonders hohe Steuern erheben, selbst. "Länder mit einer vernetzten Bevölkerung sind deutlich wettbewerbsfähiger", erklärt Ben Soppitt, Director Strategische Initiativen bei der GSM Association. Würden alle Mobilfunksteuern abgeschafft, ließe sich laut Studie der Anteil von Handynutzern an der Gesamtbevölkerung je nach Land zwischen 9,8 bis 19,6 Prozent steigern. Durch eine Steuersenkung könnten die Staaten unter dem Strich höhere Steuereinnahmen verbuchen, da mehr Leute Zugang zu der Technik erhielten und der Reiz, sich auf dem Schwarzmarkt einzudecken, sinke.

Die höchsten Steuern erhebt die Türkei, nachdem sie den Satz nach dem verheerenden Erdbeben von 1999 als Notfallmaßnahme auf 25 Prozent angehoben und seitdem nicht mehr reduziert hat. Damit fließen 43 Prozent der Gesamtausgaben für ein Handy an den türkischen Staat. In Nigeria liegt dieser Wert bei fünf Prozent. Auch wenn das Beispiel Türkei nicht repräsentativ ist, ist die durchschnittliche Verbreitung von Mobiltelefonen in Ländern mit niedrigeren Steuern höher, als in Staaten, die den Nutzern tief in die Tasche greifen (Siehe auch "Handykosten in Deutschland weit über Durchschnitt"). (rg)