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Hewlett-Packard stellt Itanium-Prozessorentwicklung ein

16.12.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Intel und Hewlett-Packard (HP) haben ihre im Jahr 1994 begonnene Kooperation in Sachen gemeinsamer Prozessorentwicklung modifiziert: Alle Entwickler, die auf Seiten HPs an der CPU gearbeitet haben, werden die Seiten wechseln und zu Intel übergehen. HP selbst will sich komplett aus der Forschung und Entwicklung von Prozessoren zurückziehen, weil dies nicht zur Kerntätigkeit des Unternehmens gehört, ließ das Unternehmen verlautbaren.

Beide Unternehmen machten keine genauen Angaben darüber, wie viele HP-Mitarbeiter zu Intel wechseln. Es soll sich aber um mehrere Hundert handeln.

HP hatte schon früher angekündigt, dass es sich aus der Entwicklung und Produktion der "Alpha"-Risc-Prozessoren - die man über Compaq von Digital Equipment geerbt hatte - bis Ende 2006 zurückziehen werde. Bis 2011 leistet das Unternehmen dann nur noch Wartungstätigkeiten für diese Rechnerkategorie. Auch die "PA-Risc"-CPU-Familie - die ursächlich aus dem Hause HP stammt - lässt das Unternehmen fallen. Insofern gibt es Sinn, auch die Forschung und Entwicklung für die Itanium-Prozessoren einzustellen und die in diesem Geschäftsbereich beschäftigten Entwickler an Intel zu übereignen.

Gleichzeitig mit dieser Entscheidung gab HP bekannt, dass man in den kommenden drei Jahren mehrere Milliarden Dollar in die Entwicklung von Servern und Software investieren wird, die auf Itanium-CPUs fußen. Die Rede ist von bis zu drei Milliarden Dollar, die dieser Produktlinie zugute kommen sollen.

Beide Unternehmen bestritten, dass die Abkehr HPs von der Itanium-Entwicklung etwas mit dem nur mäßigen Erfolg der Prozessorfamilie zu tun hat. Nachdem beide Unternehmen vor zehn Jahren ihre Kooperation bekannt gegeben hatten, dauerte es bis zum Jahr 2001, bis Itanium-Chips verfügbar waren. Dies bedeutete einen Zeitverzug von rund zwei Jahren gegenüber dem offiziellen Einführungstermin. Das Marktforschungsinstitut IDC schätzt darüber hinaus, dass in den vergangenen Quartalen jeweils nur rund 8000 Itanium-Systeme verkauft wurden. (jm)