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Hat AOL seine Kundenzahlen übertrieben?

25.07.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - America Online (AOL) hat möglicherweise seine Nutzerzahlen in der Vergangenheit künstlich aufgebläht. Darauf deuten laut "Wall Street Journal" jedenfalls aktuelle Bemerkungen des bei AOL Time Warner zuständigen Managers Don Logan hin. Der hatte kürzlich erklärt, die unerwartet stark gesunkene Zahl der Abonennten sei unter anderem das Ergebnis einer "Bereinigung der Unterlagen." Das "Journal" vermutet nun nach Gesprächen mit Insidern, dass dahinter Mengenrabatt-Programme stecken, die AOL vor allem in den Jahren 2001 und 2002 strategischen Partnern wie Target, J.C. Penney oder Sears, Roebuck & Co. für deren Mitarbeiter angeboten hatte. Durch diese so genannte Bulk Sales soll der Online-Dienst im genannten Zeitraum rund 830.000 Neukunden oder ein Sechstel seines damaligen Zuwachses von knapp fünf Millionen Mitgliedern rekrutiert haben. AOL hat gegenwärtig 25,4 Millionen zahlende

Kunden im Vergleich zu einem Spitzenstand von 26,7 Millionen Ende September 2002. (tc)