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Hacker "Mafiaboy" plädiert auf nicht schuldig

04.08.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der 16-jährige kanadische Hacker mit dem Szenenamen "Mafiaboy" hat am Donnerstag während seiner Verteidigungsrede vor dem Jugendstrafgerichtshof in Montreal, Quebec, für nicht schuldig plädiert. Mafiaboy, dem außergewöhnliche Computerkenntnisse bescheinigt werden, konnte im April dieses Jahres nach mehrmonatiger intensiver Fahndung gefasst werden. Er wird für zahlreiche Cyber-Attacken auf namhafte Unternehmen wie Yahoo, Amazon.com, Ebay und Uunet verantwortlich gemacht, deren Websites im Februar für mehrere Stunden außer Betrieb gesetzt wurden. Bisher konnten dem jugendlichen Hacker nur die Urheberschaft für zwei Website-Ausfälle bei CNN.com nachgewiesen werden. Nachdem jedoch kürzlich zusätzliche Beweise gefunden wurden, muss sich Mafiaboy nun 64 neuen Anklagen stellen. Bei einer Verurteilung blühen dem Teenager bis zu zwei Jahre Haft in einer Jugendstrafvollzugsanstalt. Im April wurde der 16-Jährige kurz nach seiner Festnahme wieder frei gelassen, und versucht seitdem ein einigermaßen normales Leben zu führen. Er geht regelmäßig zur Schule, der Gebrauch eines Computers ist ihm allerdings nur unter Aufsicht und ausschließlich zum Zweck der Hausaufgaben gestattet.