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Groupon schreibt wieder schwarze Zahlen

13.02.2015
Das Rabatt-Portal Groupon schien auf rote Zahlen abonniert zu sein, die Aktie dümpelt seit fast drei Jahren unter dem Ausgabepreis herum. Doch im vergangenen Weihnachtsquartal schaffte Groupon schließlich schwarze Zahlen - sogar trotz ungünstiger Währungskurse.

Dem Schnäppchen-Portal Groupon ist nach einer langen Verlustserie ein Quartalsgewinn gelungen. Das Unternehmen aus Chicago verdiente im vergangenen Vierteljahr knapp 8,8 Millionen Dollar (7,15 Millionen Euro). Im Vorjahresquartal hatte Groupon noch 81,2 Millionen Dollar verloren. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um gut ein Fünftel auf 925,4 Millionen Dollar, wie Groupon nach US-Börsenschluss am Donnerstag mitteilte.

Die Grundlage für die schwarzen Zahlen habe vor allem das beschleunigte Wachstum mit Rekordeinnahmen gelegt, sagte Groupon-Finanzchef Jason Childs der Deutschen Presse-Agentur. Zudem behält Groupon im Gegensatz zu früheren Quartal die Kosten im Zaum.

Eric Lefkofsky, CEO von Groupon
Eric Lefkofsky, CEO von Groupon
Foto: Groupon via Business Wire

Bei Groupon können Unternehmen wie Restaurants oder Dienstleister Rabattcoupons verkaufen. Zudem ist die Firma selbst als Anbieter von Artikeln aktiv und baut eine Online-Plattform für lokale Händler auf. Groupon wurde ursprünglich mit einem E-Mail-Newsletter mit Rabatten-Angeboten groß. Inzwischen setzt Konzernchef Eric Lefkofsky auf eine Deal-Datenbank, welche die Kunden jederzeit durchsuchen können.

Diese Umstellung habe den Umsatzsprung von gut 24 Prozent in den USA angetrieben, betonte Finanzchef Childs. In Europa lege Groupon erst die ersten Grundsteine für diese Plattform. Hierzulande drückte der starke Dollar die Geschäftszahlen - er lässt die Euro-Einnahmen bei der Umrechnung in die US-Währung in der Bilanz niedriger erscheinen. "Durch die Währungskurse gibt es erheblichen Gegenwind", sagte Childs. Der Effekt senkte den Umsatz nach Rechnung von Groupon um 32,5 Millionen Dollar.

Der Umsatz in der Region EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) wuchs nur um 8,5 Prozent auf 272,5 Millionen Dollar. Bei unveränderten Wechselkursen hätte es nach Rechnung von Groupon ein Plus von 18 Prozent gegeben. Dabei steuere Groupon bereits gegen, zum Beispiel indem in Europa verkaufte Waren lokal eingekauft würden. "Zudem machen europäische Postdienste wie die Deutsche Post einen viel besseren Job als amerikanische", sagte Childs. Dadurch ist der Warenverkauf in Europa deutlich profitabler als im Heimatmarkt - und das habe Groupon im umsatzstarken Weihnachtsquartal in die Karten gespielt.

Groupon war nach der Gründung 2008 zunächst rasant gewachsen, übernahm sich aber bei der internationalen Expansion und fiel bei den Anlegern in Ungnade. Die Aktie steckt seit fast drei Jahren im Kurskeller fest. Zum Börsengang im November 2011 lag der Ausgabepreis bei 20 Dollar, das Papier notiert seit fast drei Jahren darunter.

Nach den Quartalszahlen legte die Aktie zunächst um drei Prozent zu, angesichts der zurückhaltenden Prognosen wurde daraus jedoch schnell ein Minus von gut zwei Prozent auf 7,30 Dollar. Für das laufende Quartal rechnet Groupon angesichts der ungünstigen Währungskurse mit Erlösen zwischen 790 und 840 Millionen Dollar.

Im gesamten Jahr verbuchte Groupon nach den aufgestauten Verlusten der ersten Quartale immer noch ein Minus von gut 73 Millionen Dollar. Im Jahr 2013 war der Verlust mit über 95 Millionen Dollar allerdings noch höher. Der Jahresumsatz stieg um 24 Prozent auf fast 3,2 Milliarden Dollar. (dpa/tc)