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Gratis Online-Games für Kinder haben ihren Preis

11.10.2007
Von pte pte
Kostenlose Online-Games für Kinder bergen häufig ungeahnte Risiken. Viele Spiele sind für Kids nicht geeignet.

Zwar enstehen durch die Nutzung der Internet-Spiele zumeist keine Kosten für die Eltern, dafür erweisen sich die Angebote oftmals als ungeeignet und werden zumeist nicht kontrolliert und mit Altersbegrenzungen gekennzeichnet. Wie ein Wall-Street-Journal-Test zeigt, würde es sich in vielen Fällen durchaus lohnen, ein bewertetes Videogame zu kaufen, anstatt das eigene Kind wahllos durch das Internet surfen zu lassen. Denn viele Webseiten, die bei Kindern Anklang finden, sind eigentlich für Erwachsene gedacht. Während die klassischen Videogames in der Regel mit einer Alterskennzeichnung versehen sind, findet sich bei Online-Games nur in seltenen Fällen eine solche Selbstkontrolle.

"In Deutschland gilt die gesetzliche Pflicht zur Kennzeichnung nur für die Trägermedien. Im Online-Bereich gelten andere, allgemeine Auflagen, wonach die Betreiber von Webseiten verpflichtet sind, dafür zu sorgen, dass ihre Inhalte Kinder und Jugendliche nicht negativ beeinflussen", erläutert Klaus Spieler, Geschäftsführer Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK), auf Nachfrage von pressetext. Darüber hinaus sei es auch sehr schwierig, bestimmte Online-Spiele - insbesondere Multi-Player-Games - zu regulieren, da es niemanden gebe, der bestimmte Regeln durchsetzen könnte. "Ich würde daher sagen, dass etwa Games wie Second Life reine Erwachsenenspiele sind", so Spieler.

Beim Wall-Street-Journal-Test zeigte sich, dass zumindest die Webseiten der großen Unterhaltungskonzerne wie Disney und Viacom keinen bedenklichen Content beinhalten. Allerdings sind sie in der Regel mit einer immensen Zahl an Werbeanzeigen gefüllt. Außerdem verbergen sich hinter einigen "Gratis-Spielen" kostenpflichtige Abo-Angebote, die mit zusätzlichen Funktionen und erweiterten Spielmöglichkeiten aufwarten.

Generell sollten Eltern aufgrund der zumeist fehlenden Selbstregulierung genauer darauf achten, auf welchen Internetseiten der Nachwuchs dem Online-Gaming frönt. In manchen Fällen, speziell wenn es sich um noch sehr junge Kinder handelt, empfiehlt sich eher der Kauf gekennzeichneter Spiele als die Nutzung der Online-Angebote. Getestet wurden die Seiten AddicitingGames, Disney.com, Miniclip.com und Nick.com. Dabei finden sich bei Disney die jüngsten Nutzer, beginnend bei fünf bis etwa zwölf Jahren. Eher für Teenager geeignet ist hingegen das Angebot bei AddictingGames, wo sich insbesondere ein jugendliches, männliches Publikum versammelt. (pte)