US-Ermittlung zu Online-Werbung

Google stellt mal eben 500 Millionen Dollar zurück

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Google erwartet offenbar keinen guten Ausgang einer Ermittlung des US-Justizministeriums im Zusammenhang mit dem Hauptgeschäftsfeld Online-Werbung.
Kleiner Absatz, große Wirkung: Das DOJ ermittelt gegen Google, das deswegen gleich mal 500 Mio. Dollar zurückgestellt hat.
Kleiner Absatz, große Wirkung: Das DOJ ermittelt gegen Google, das deswegen gleich mal 500 Mio. Dollar zurückgestellt hat.

Google habe eine halbe Milliarde Dollar für einen möglichen Vergleich mit dem DOJ zurückgestellt, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf eine entsprechende Pflichtveröffentlichung des Internet-Konzerns. Darin steht zu lesen, die 500 Millionen Dollar seien "im Zusammenhang mit der mögliche Beilegung einer Ermittlung des Department of Justice zu der Nutzung von Google-Werbung durch bestimmte Werbetreibende" zurückgestellt worden. Worum es bei der Ermittlung genau geht, ist nicht bekannt. Sowohl Google als auch das Ministerium lehnten eine Stellungnahme ab.

Google sieht sich praktisch rund um den Globus mit Untersuchungen zu Datensammlung und Datenschutzpraxis konfrontiert. Zusammen mit Apple sagte das Unternehmen gestern auch bei einer Anhörung des US-Senats aus und verteidigte dort die Art und Weise, wie beide Firmen Orstdaten von Smartphones mit den Betriebssystemen Android und iOS einsammeln.

Durch die üppige Rückstellung sinkt der Google-Gewinn für das Ende März abgeschlossene Quartal buchhalterisch auf 5,51 Dollar pro verwässterter Aktie, das sind rund 22 Prozent weniger als das am 14. April zunächst gemeldete EPS von 7,04 Dollar. Google erklärte in dem SEC-Filing, es könne "den letztlichen Ausgang dieser Angelegenheit nicht vorhersagen" und geht davon aus, das "sie keinen materiellen nachteiligen Effekt" auf das Business haben werde. Warum die Abschreibung rückwirkend vorgenommen wurde, ist indes unklar.