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Google mit erfolgreichem Nasdaq-Debut

20.08.2004
An der Technikbörse Nasdaq stieg die unter dem Symbol "GOOG" gehandelte Google-Aktie gestern zum Fixing um 18 Prozent auf knapp über 100 Dollar. Damit wurden etwa 1000 Google-Mitarbeiter Millionäre.

Wenig überraschend verlief auch Googles erster Tag an der Börse nicht ohne Pannen - wenngleich diese ausnahmsweise nicht von dem Unternehmen selbst verschuldet wurden. Zu Börsenschluss konnten sich die Erstaktionäre des Suchmaschinenbetreibers aber über einen Zeichnungsgewinn von rund 18 Prozent freuen.

Googles Start an der US-Technologiebörse Nasdaq hatte sich leicht verzögert, nachdem ein Broker bereits kurz vor Handelsbeginn einige Transaktionen vorgenommen hatte. Der Preis der Aktie war dabei vor der Erstnotiz auf 135 beziehungsweise 140 Dollar heraufgeschnellt. Nachdem der Fehler korrigiert wurde, ging das Papier mit 98 Dollar in den Handel. Der Schlusskurs betrug 100,34 Dollar, 18 Prozent mehr als der Ausgabepreis von 85 Dollar.

Möglicher Grund für den Anstieg am ersten Handelstag war der Umstand, dass viele potenzielle Investoren der Online-Versteigerung ferngeblieben waren. So war die Teilnahme nur US-Bürgern vorbehalten, außerdem wurden viele Interessenten von dem ursprünglichen Richtwert von 108 bis 135 Dollar je Aktie abgeschreckt. Als Google am Mittwoch die Preisspanne auf 85 bis 95 Dollar senkte, konnten nur noch die zuschlagen, die sich bereits zuvor für die Auktion registriert hatten.

Medienberichten zufolge wurden am gestrigen Donnerstag insgesamt 22,1 Millionen Google-Aktien gehandelt, das sind rund 500.000 Papiere mehr als bei der Online-Auktion ausgegeben wurden. Die Durchschnittsanzahl je Transaktion betrug 309 Aktien – ein Zeichen, dass sich viele institutionelle Investoren noch nicht mit Google-Anteilen eingedeckt haben. So kaufen Fondsgesellschaften üblicherweise gleich Pakete mit mehreren Tausend Aktien ein. Möglicherweise warten sie allerdings noch die Kursentwicklung ab, wenn die erste Sperrfrist für den Verkauf alter Aktien endet. Unternehmensangaben zufolge könnten Altaktionäre bereits 15 Tage nach dem IPO rund 4,6 Millionen Aktien, nach 90 Tagen sogar weitere 38,5 Millionen Titel auf den Markt bringen. Ein halbes Jahr nach dem Börsengang drohen bis zu 171 Millionen alte Aktien, den Markt zu überfluten.

Dieser Aspekt ist nicht nur für Anleger interessant, die einen Kurseinbruch fürchten. Gleichzeitig könnte sich damit die Unternehmenskultur drastisch verändern: Nach Schätzungen von Salary.com sind mit dem IPO etwa 1.000 der 2.300 Google-Mitarbeiter auf einen Schlag - zumindest auf dem Papier - zu Millionären geworden. (mb)